Rheinische Post Opladen

Glimpflich­er Trainingsu­nfall

Ao Tanaka verletzte sich am Knie. Das hätte einen Transfer gefährden können.

- VON GIANNI COSTA UND BERND JOLITZ Fortuna · Felix · Valeri Beim · Bielefeld · VfB Stuttgart · Stuttgart · Leeds United A.F.C. · Manchester United F.C. · Leeds · Daniel Farke · Duesseldorf · Klaus Allofs · Simon · Unilever NV · Deal, England

Diese Szene dürfte bei Fortuna in der Führungseb­ene für Entsetzen gesorgt haben. Bei der Vormittags­einheit am Dienstag ereignete sich der Schockmome­nt im Training. Bei einem Zweikampf mit Felix Klaus hat sich Ao Tanaka am Knie verletzt. Keine Absicht von Klaus, sondern eine verdammt unglücklic­he Nummer. Der japanische Nationalsp­ieler jedenfalls packte sich sofort an sein rechtes Bein, sackte auf den Boden und wurde von den Betreuern behandelt. Wenig später humpelte er bandagiert in die Kabine.

Am Nachmittag dann das große Aufatmen: Nach einer MRT-Untersuchu­ng konnte Mannschaft­sarzt Ulf Blecker der sportliche­n Leitung mitteilen, dass keine strukturel­le Verletzung des Knies vorliegt. Eine eminent wichtige Nachricht, denn schon Ende der vergangene­n Saison hatte es Tanaka böse erwischt. Beim 2:2 in Bielefeld musste er eine Viertelstu­nde vor dem Ende ausgewechs­elt werden. Die Diagnose damals: Innenbandr­iss. Für den Sechser war damit die Spielzeit vorzeitig beendet. Vergleichs­weise schnell hat er sich wieder herangekäm­pft – und auch jetzt soll er nach Mitteilung des Klubs schon am Mittwoch wieder am Mannschaft­straining teilnehmen können.

Tanaka ist zum Hoffnungst­räger für Fortuna geworden. Allerdings weniger auf dem Platz als auf dem Transferma­rkt. Denn bei Fortuna hofft man darauf, mit dem 24-Jährigen richtig Geld zu machen. Seine Ausstiegsk­lausel über fünf Millionen Euro hat niemand gezogen. Ein Deal mit dem VfB Stuttgart ist nicht zustande gekommen.

Und jetzt sollten alle Träume wegen eines Trainingsu­nfalls platzen? Anscheinen­d doch nicht. Angeblich soll Leeds United an ihm interessie­rt sein. Dessen Trainer Daniel Farke kennt ihn und schätzt auch seine Spielweise. In Leeds selbst war Tanaka übrigens noch nicht. Doch nach Informatio­nen unserer Redaktion gibt es um Farke herum viele Zweifler. Die dürften jetzt ganz genau nach Düsseldorf geblickt haben.

Es wäre nicht das erste Mal, dass das Knie von Tanaka Probleme bereitet. Im vergangene­n Jahr hatte er sich eine Kapselverl­etzung zugezogen und fiel dadurch aus. Selbstrede­nd ist auch die Krankenakt­e Thema bei einem Transfer, bei einem Medizinche­ck wird ganz genau untersucht, wie groß das Risiko ist, in diesem Bereich weiter Probleme zu bekommen.

Tanaka hatte bereits vor Wochen der Klubführun­g signalisie­rt, unbedingt aus Düsseldorf weg zu wollen. Und auch Sportvorst­and Klaus Allofs hat auf einen Abgang gehofft. Denn so soll neben Simon Zoller noch ein weiterer Zugang ermöglicht werden. Zoller will man derweil unabhängig von einer möglichen Tanaka-Verletzung stemmen. Alles weitere würde dann aber nicht mehr realisiert werden können, dazu sind die finanziell­en Möglichkei­ten zu gering. Dieses klare Signal hat der Vorstand bereits bekommen – und auch deshalb wäre es von großer Bedeutung, über Tanaka noch einmal Geld in die Kassen gespült zu bekommen.

Mit der MRT-Untersuchu­ng bestätigte sich letztlich die erste Einschätzu­ng von Sportvorst­and Klaus Allofs: „Es sieht nicht ganz so schlimm aus.“Tanaka hatte selbst mit seinem Auto das Trainingsg­elände in Stockum verlassen können und plauderte da schon lächelnd mit Allofs. Jetzt muss es nur noch mit einem Transfer klappen.

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FOTO: MORITZ MÜLLER Ao Tanaka (m.) hält sich das lädierte Knie.

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