Glimpflicher Trainingsunfall
Ao Tanaka verletzte sich am Knie. Das hätte einen Transfer gefährden können.
Diese Szene dürfte bei Fortuna in der Führungsebene für Entsetzen gesorgt haben. Bei der Vormittagseinheit am Dienstag ereignete sich der Schockmoment im Training. Bei einem Zweikampf mit Felix Klaus hat sich Ao Tanaka am Knie verletzt. Keine Absicht von Klaus, sondern eine verdammt unglückliche Nummer. Der japanische Nationalspieler jedenfalls packte sich sofort an sein rechtes Bein, sackte auf den Boden und wurde von den Betreuern behandelt. Wenig später humpelte er bandagiert in die Kabine.
Am Nachmittag dann das große Aufatmen: Nach einer MRT-Untersuchung konnte Mannschaftsarzt Ulf Blecker der sportlichen Leitung mitteilen, dass keine strukturelle Verletzung des Knies vorliegt. Eine eminent wichtige Nachricht, denn schon Ende der vergangenen Saison hatte es Tanaka böse erwischt. Beim 2:2 in Bielefeld musste er eine Viertelstunde vor dem Ende ausgewechselt werden. Die Diagnose damals: Innenbandriss. Für den Sechser war damit die Spielzeit vorzeitig beendet. Vergleichsweise schnell hat er sich wieder herangekämpft – und auch jetzt soll er nach Mitteilung des Klubs schon am Mittwoch wieder am Mannschaftstraining teilnehmen können.
Tanaka ist zum Hoffnungsträger für Fortuna geworden. Allerdings weniger auf dem Platz als auf dem Transfermarkt. Denn bei Fortuna hofft man darauf, mit dem 24-Jährigen richtig Geld zu machen. Seine Ausstiegsklausel über fünf Millionen Euro hat niemand gezogen. Ein Deal mit dem VfB Stuttgart ist nicht zustande gekommen.
Und jetzt sollten alle Träume wegen eines Trainingsunfalls platzen? Anscheinend doch nicht. Angeblich soll Leeds United an ihm interessiert sein. Dessen Trainer Daniel Farke kennt ihn und schätzt auch seine Spielweise. In Leeds selbst war Tanaka übrigens noch nicht. Doch nach Informationen unserer Redaktion gibt es um Farke herum viele Zweifler. Die dürften jetzt ganz genau nach Düsseldorf geblickt haben.
Es wäre nicht das erste Mal, dass das Knie von Tanaka Probleme bereitet. Im vergangenen Jahr hatte er sich eine Kapselverletzung zugezogen und fiel dadurch aus. Selbstredend ist auch die Krankenakte Thema bei einem Transfer, bei einem Medizincheck wird ganz genau untersucht, wie groß das Risiko ist, in diesem Bereich weiter Probleme zu bekommen.
Tanaka hatte bereits vor Wochen der Klubführung signalisiert, unbedingt aus Düsseldorf weg zu wollen. Und auch Sportvorstand Klaus Allofs hat auf einen Abgang gehofft. Denn so soll neben Simon Zoller noch ein weiterer Zugang ermöglicht werden. Zoller will man derweil unabhängig von einer möglichen Tanaka-Verletzung stemmen. Alles weitere würde dann aber nicht mehr realisiert werden können, dazu sind die finanziellen Möglichkeiten zu gering. Dieses klare Signal hat der Vorstand bereits bekommen – und auch deshalb wäre es von großer Bedeutung, über Tanaka noch einmal Geld in die Kassen gespült zu bekommen.
Mit der MRT-Untersuchung bestätigte sich letztlich die erste Einschätzung von Sportvorstand Klaus Allofs: „Es sieht nicht ganz so schlimm aus.“Tanaka hatte selbst mit seinem Auto das Trainingsgelände in Stockum verlassen können und plauderte da schon lächelnd mit Allofs. Jetzt muss es nur noch mit einem Transfer klappen.