Sachsische Zeitung (Meissen Radebeul und das Elbland)
USA: Aktien und Sozialrente
Gesetzliches Renteneintrittsalter: sozialversicherung: regulär 67 Jahre für nach 1960 geborene; vorgezogene rente ab 62; aufschub mit Zuschlägen bis 70
Tatsächliches Eintrittsalter: durchschnittlich ca. 65 Jahre
Rentenhöhe pro Monat: durchschnittlich 1980 us‑dollar die Vereinigten staaten gelten vielen ausländischen Beobachtern nicht gerade als Vorbild für sozialsysteme – sind es aber de facto geworden. denn in den usa beruht die altersvorsorge schon seit langem ebenfalls auf drei säulen: der staatlichen sozialversicherung („social security“), betrieblichen plänen wie „401(k)“und individuellen ersparnissen, Wertpapierdepots oder eigenheimvermögen. „social security“wird über lohnabgaben finanziert und ersetzt für durchschnittsverdiener nur einen Teil des früheren einkommens. Betriebliche pläne sind freiwillig und stark vom arbeitgeberangebot und der individuellen spardisziplin abhängig. dadurch entstehen große unterschiede im ruhestandseinkommen, und viele haushalte sind auf sozialversicherung plus Weiterarbeit im alter angewiesen. die Bürger sehen „social security“mehrheitlich positiv, fürchten aber die langfristige Finanzierbarkeit. Zugleich kritisieren viele die niedrige höhe der leistungen und die ungleichheit je nach erwerbsverlauf. politisch wird seit Jahren über reformen gestritten. republikaner und viele experten plädieren eher für ein höheres renteneintrittsalter, geringere steigerungen und stärkere private Vorsorge. demokraten setzen stärker auf Beitragserhöhungen für hohe einkommen und leistungsausweitungen, um altersarmut zu begrenzen. das heutige system mit lohnsteuerfinanzierung, beitragsbezogenen ansprüchen und einem schrittweise von 65 auf 67 Jahren erhöhten regelalter geht im kern auf reformen der 1930er-Jahre zurück. entscheidend war die große reform von 1983, die die aktuelle altersgrenze von 67 festgelegt hat. aus deutscher sicht besonders relevant ist, dass das us‑system deutlich stärker auf kapitaldeckungsverfahren und individuelle Vorsorge setzt. es rückt damit Verteilungsfragen und Marktrisiken in den Mittelpunkt der debatte.