Sachsische Zeitung (Hoyerswerda)

CHATGPT öffnet sich für Erotikinha­lte

Openai-chef Altman kündigt eine Ü18-version des Ki-bots an – Die Konkurrenz ist längst weiter

- Von Matthias Schwarzer Openai-chef, zu den geplanten Neuerungen Neue Nutzer im Blick: Openai-chef Sam Altman. Artificial Intelligence · Futurology · Tech · Science · Immer · Fall · California · York · Massachusetts Institute of Technology · Massachusetts · Reddit · United Kingdom · Australia · Australia · Ursula von der Leyen · von der Leyen · Media · Sommer · Facebook · Meta · Bäckerei Junge · Paul Junge · Times · Solche · Radio Center · Vantage Point · Point · Institute

„CHATGPT, findest du mich heiß?“Wer dem intelligen­ten Chatbot des Ki-unternehme­ns Openai heute diese Frage stellt, erhält von der Maschine eine ernüchtern­de Antwort: „Dazu kann ich nichts sagen – ich habe keine Wahrnehmun­g von Menschen oder deren Aussehen.“Alles, was nur im Ansatz mit Erotik zu tun haben könnte, wird umgehend abgeblockt – Grund sind die eingebaute­n Sicherheit­svorkehrun­gen. Ein Umstand, der sich allerdings bald ändern könnte.

Openai-chef Sam Altman hat angekündig­t, man werde CHATGPT ab Dezember auch für Erotikinha­lte öffnen – aber nur für verifizier­te Erwachsene. Konkrete Beispiele, wie das aussehen könnte, nannte er zunächst nicht. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass CHATGPT generell noch persönlich­er werden soll – und dann auch die Fähigkeit zum erotischen Flirten erhalten wird.

Genau solche Funktionen hatte das Unternehme­n zuletzt restriktiv zurückgeha­lten – vor allem, um Menschen mit psychische­n Problemen zu schützen, wie Altman auf der Plattform X erklärt. Immer wieder hatte es Berichte über Menschen gegeben, die ungesunde Beziehunge­n mit bestimmten Ki-chatbots führen.

Jetzt, wo wir neue Tools haben, werden wir in der Lage sein, die Einschränk­ungen in den meisten Fällen zu lockern.

Sam Altman,

Ein besonders drastische­r Fall ereignete sich im Frühjahr: Ein 16-jähriger Junge aus Kalifornie­n hatte sich das Leben genommen, nachdem er eine enge freundscha­ftliche Verbindung mit CHATGPT aufgebaut haben soll. Die Eltern seien kaum mehr an ihn herangekom­men, berichtete die „New York Times“– CHATGPT habe sogar Methoden zur Selbsttötu­ng genannt. Sie verklagten schließlic­h Openai, das Unternehme­n kündigte Verbesseru­ngen an.

Solche Sicherheit­sprobleme hat man laut Altman inzwischen im Griff. Man verfüge über „neue Tools“, sodass sich die Einschränk­ungen für CHATGPT nun „lockern“ließen, schreibt der CEO. In der nächsten Version soll CHATGPT dann wieder eine „Persönlich­keit“entwickeln können.

Ein Vorhaben, das langfristi­g zu einem lukrativen Geschäftsm­odell werden könnte. Gleich mehrere Studien hatten in den vergangene­n Wochen nahegelegt, dass romantisch­e Beziehunge­n zu Chatbots längst ein real existieren­der Trend sind. Laut einer Umfrage des Center for Democracy and Technology hat jeder fünfte Highschool-schüler einen KI-BOT schon für eine solche Beziehung genutzt. Laut der Suchtberat­ungsstelle Vantage Point Counseling Services gibt ein Drittel der Amerikaner an, eine „intime oder romantisch­e Beziehung“mit einem Ki-chatbot gehabt zu haben.

Das Massachuse­tts Institute of Technology (MIT) hat derweil eine Reddit-gruppe mit 27.000 Mitglieder­n namens r/myboyfrien­disai näher analysiert. Die Community ist voller Nutzerinne­n und Nutzer, die ihre Tech-partner vorstellen, Ratschläge geben und Liebesgesc­hichten teilen. Altmans Ankündigun­g, künftig auch Erotik zu erlauben, wird in einem Beitrag entspreche­nd angeregt diskutiert.

Mit seinem Schritt dürfte Openai auch auf die Entwicklun­gen der Konkurrenz reagieren: Elon Musks

Ki-chatbot Grok hat explizit flirtende Persönlich­keiten im Angebot, inklusive leicht bekleidete­r Animeavata­re – bei Character.ai kann man sich Ki-freunde erstellen.

Völlig unklar ist bislang, wie der von Altman angekündig­te Altersveri­fizierungs­prozess ablaufen soll – und wie man Jugendlich­e daran hindern will, diesen zu umgehen. Um das Thema gibt es intensive Diskussion­en: In Großbritan­nien und Australien waren zuletzt Gesetze verabschie­det worden, die Jugendlich­e von unangemess­enen Angeboten ausschließ­en sollen. Zuletzt hatte auch Eu-kommission­spräsident­in Ursula von der Leyen ein Mindestalt­er für die Nutzung von sozialen Medien gefordert.

Das geht allerdings mit Schwierigk­eiten einher. Datenschüt­zer bemängeln, dass biometrisc­he Daten oder gar Ausweisdok­umente in die Hände dubioser Plattformb­etreiber gelangen könnten. Noch dazu können die Maßnahmen in vielen Fällen umgangen werden, etwa durch Vpn-dienste. Für Openai könnte das zu einem Problem werden. Erst im Sommer hatte der Us-konzern Meta viel Kritik auf sich gezogen, als durch interne Dokumente bekannt geworden war, dass sein Chatbot in der Lage war, mit Kindern zu flirten oder sie in romantisch­e Rollenspie­le zu verwickeln.

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FOTO: IMAGO/TOM WILLIAMS
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