Sachsische Zeitung (Weiswasser)
Satirischer Nachschlag
Widerworte zu einer Rede des Schriftstellers Marko Martin
Es gab einen Eklat im Schloss Bellevue. Medien lieben Eklats. Auch meine Zeitung berichtete zweimal ausführlich, der Bundespräsident habe „mit einem Wutausbruch“einem Schriftsteller „die Leviten gelesen“, nachdem er sich durch dessen Rede über die Ostpolitik gegenüber Russland beleidigt fühlte. Auch ich durfte schon einmal eine kleine Rede reden, als mir Steinmeier einen Satireorden an die Brust nagelte, und ein paar Widerworte über die Ostpolitik gegenüber uns im Osten waren wohl auch darunter. Wohl nicht heftig genug, um mir als damaliger Außenminister die Leviten zu lesen. Er wurde damals ein paar Monate später abgewählt, aber ich glaube nicht, dass daran meine Rede Schuld trug.
Des Schriftstellers Rede aber war schon heftig. Dies ist sein Recht, und ich wage lediglich einen Zwischenruf, weil sie so rechthaberisch klingt. Marko Martin gibt, so lese ich die Rede, allen die Verantwortung für Putins Krieg, die versuchten, mit dem aggressiver werdenden, weil sich in seinem Sicherheitsbedürfnis nicht ernstgenommenen Russland friedlich zusammenzuleben. Steinmeier glaubte übrigens, sich für seine Russlandpolitik entschuldigen zu müssen. Ich kenne kein „Sorry“von deutschen