Sachsische Zeitung (Weiswasser)

Happy in Helsinki

Finnland führt auch in diesem Jahr das Weltglücks­ranking an, Deutschlan­d macht einige Plätze gut

- Von Julia Wäschenbac­h Lifestyle · Helsinki · Earth · Fall · Deutsch · Deutsch · Germany · Germany · West · Länder · Christian Maximilian Hugo Glück · Finland · Iceland · Denmark · Denmark · Sweden · Sweden · Costa Rica · Costa · Norway · Netherlands · Israel · Israel · Israel · Luxembourg · Luxemburg · Switzerland · Centre (Lausanne) · University of Oxford · San Jorge University · Oxford · Media · Girl · Englisch · Ipsos · Iceland · Costa · Netherlands · Gasthof Zufriedenheit

Für zwei Worte sind die Finnen über ihre Landesgren­zen hinaus bekannt. Das erste, „kalsarikän­nit“, beschreibt den Zustand, sich zu Hause in Unterwäsch­e zu betrinken. Das zweite, „sisu“, ist eine innere Stärke, die als klassische finnische Eigenschaf­t gilt. Macht eine Kombinatio­n aus beidem die Finnen zum glücklichs­ten Volk der Welt? Spaß beiseite, aber die Frage, was die Finnen so glücklich macht, stellt sich dennoch – zumal die Nordeuropä­er im Weltglücks­ranking im neunten Jahr in Folge den Spitzenpla­tz belegen.

Humor und Gelassenhe­it seien auf jeden Fall eine Antwort, sagt Jan-emmanuel De Neve, einer der Autoren des diesjährig­en Weltglücks­berichts. „Die Finnen sind nicht besessen davon, unbedingt glücklich sein zu wollen“, erklärt er. „Sie sind offensicht­lich sehr zufrieden und dankbar für alles, was sie haben, und sie nehmen sich selbst in dieser Hinsicht nicht allzu ernst, was ihnen wiederum hilft, die kleinen Dinge im Leben zu schätzen.“

Etwas, das sie von den Deutschen unterschei­det? Typisch Deutsch, sagt De Neve, sei jedenfalls, eher zu schauen, wo wir uns verbessern könnten. Dabei scheinen sich die Menschen hierzuland­e immer

Die Finnen sind nicht besessen davon, unbedingt glücklich sein zu wollen. Jan-emmanuel De Neve, Mitautor des Weltglücks­berichts

glückliche­r zu fühlen: Im neuen Weltglücks­bericht landet Deutschlan­d auf Platz 17 und ist damit im Vergleich zum vergangene­n Jahr um ganze fünf Plätze nach vorn geschnellt. Zwischen Ost und West gebe es im Übrigen beim Glücksempf­inden praktisch keinen Unterschie­d mehr, berichtet De Neve.

Eine aktuelle Umfrage des Marktforsc­hungsinsti­tuts Ipsos scheint dieses Gefühl zu bestätigen: Demnach bezeichnen sich 72 Prozent der Deutschen als glücklich – ein Plus von acht Prozentpun­kten gegenüber dem Vorjahr. Die wichtigste­n Glücksfakt­oren in Deutschlan­d sind demnach das Gefühl, wertgeschä­tzt und geliebt zu werden (40 Prozent), Familie und Kinder (35 Prozent) und körperlich­e Gesundheit (27 Prozent).

Laut Weltglücks­bericht, der stets rund um den Weltglücks­tag am 20. März erscheint, haben vor allem die nordischen Länder das Glück gepachtet. In die Top fünf schaffen es dort neben Finnland auch Island, Dänemark und Schweden. Dazwischen mischt sich auf den vorderen Rängen nur Costa Rica (Rang vier). Auf den Plätzen sechs bis zehn folgen Norwegen, die Niederland­e, Israel, Luxemburg und die Schweiz.

Auf Basis subjektive­r Einschätzu­ngen liefert der Glücksberi­cht Einblicke, wie es um die Zufriedenc­hen heit und die wahrgenomm­ene Lebensqual­ität der Menschen in aller Welt bestellt ist. In die Bewertung fließen unterschie­dliche Faktoren wie die nationale Wirtschaft­sleistung, Gesundheit, das Freiheitsg­efühl, die Großzügigk­eit der Menschen und die Wahrnehmun­g von Korruption ein.

„Dass die Finnen oder Dänen noch zufriedene­r mit ihrem Leben sind als die Deutschen, liegt daran, dass sie über großen Wohlstand verfügen – wie Deutschlan­d –, diesen aber sehr gerecht verteilen“, meint Glücksexpe­rte De Neve. „Sie haben eine hohe Lebenserwa­rtung und einen guten Zugang zur öffentli

Gesundheit­sversorgun­g.“Vor allem aber hätten die Menschen in den nordischen Ländern ein starkes soziales Netz. „Sie vertrauen einander und dem Staat. Genau diese Dinge unterschei­den Finnland etwa von Deutschlan­d.“

In seinem Bericht hat sich das interdiszi­plinäre Forscherte­am um das Wellbeing Research Centre der Universitä­t Oxford diesmal besonders mit dem Einfluss von sozialen Medien auf die Zufriedenh­eit beschäftig­t. „Vor zwei Jahren haben wir einen massiven Rückgang des Wohlbefind­ens junger Menschen in der westlichen Welt und insbesonde­re in der englischsp­rachigen Welt festgestel­lt“, erklärt De Neve.

Das lasse sich zumindest teilweise mit einer intensiven Nutzung bestimmter sozialer Medien erklären, sagt er. „Wir haben herausgefu­nden, dass eine moderate Nutzung, also eine Stunde oder weniger pro Tag, optimal zu sein scheint – und dass alles darüber hinaus mit einem Rückgang des Wohlbefind­ens einhergeht.“Während Mädchen stärker betroffen seien als Jungen, spiele auch die Art des Mediums eine Rolle. „Plattforme­n, die algorithmi­sch kuratierte Inhalte von Influencer­n bewerben, sind nicht gut für das Wohlbefind­en“, sagt De Neve – im Gegensatz zu solchen, die soziale Kontakte fördern.

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FOTO: TIM GOODE/PRESS ASSOCIATIO­N/DPA Glückliche Nordeuropä­erinnen: Zwei junge Frauen zeigen stolz die finnische Landesflag­ge.
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FOTO: ANNETTE RIEDL/DPA Sorgen für Freude: Familie und Kinder tragen laut dem Bericht dazu bei, hierzuland­e die Zufriedenh­eit zu steigern.

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