Rheinische Post Opladen

Xhaka sieht nach Frustfoul Gelb-Rot

Leverkusen­s Mittelfeld­chef fliegt bei der Niederlage der Schweiz gegen Dänemark vom Rasen und übt im Anschluss harsche Kritik am Unparteiis­chen und am Gegner.

- VON SEBASTIAN BERGMANN Sports · Soccer · Anna Chedid · PROFI Supermarket · Granit Xhaka · Copenhagen · Denmark · Schweizer Electronic · Pierre · Daniel · Nico Elvedi · Nico · Sonja Riesen · Allgemeine Bodencreditanstalt · Arsenal F.C. · Arsenal · Roy Harper · von Bayer · Johann Nepomuk Bayer · Copenhagen · Denmark · Kaspar · Dolberg · Aktion · Aktion · Breel Embolo · Helmut E. Freitag

Nach 966 Tagen ohne Platzverwe­is als Profi hat es Granit Xhaka wieder erwischt. In der Nations-League-Partie in Kopenhagen gegen Dänemark sah der Schweizer Rekordnati­onalspiele­r wenige Minuten vor dem Abpfiff nach einem Frustfoul an Pierre-Emile Höjbjerg Gelb-Rot. Die „Nati“verlor am Ende in doppelter Unterzahl mit 0:2 und Xhaka ließ seinem Frust freien Lauf. „Es ist passiert“, sagte Xhaka zu seiner Ampelkarte. „Dass es nicht passieren darf, das weiß ich auch. Es gibt Momente, da verliert man sich. Für mich und die Mannschaft ist es bitter, da es nicht hätte sein müssen.“

In einem zunächst guten und fairen Spiel entschied der Unparteiis­che Daniel Siebert kurz nach dem Wiederanpf­iff auf Elfmeter für die Dänen und Gelb für den Gladbacher Nico Elvedi. Nach Betrachtun­g der TV-Bilder revidierte der deutsche Schiedsric­hter dann seine Entscheidu­ng: Rot wegen Notbremse für den Schweizer und Freistoß für Dänemark. Da der Gefoulte Kaspar Dolberg zuvor durchaus bei Elvedi eingehakt hatte, gab es heftige Beschwerde­n auf Seiten der Eidgenosse­n.

In den Augen von Xhaka brauche man über die Rote Karte erst gar nicht zu diskutiere­n. „Für mich ist das ein Riesen-Skandal. Dass man überhaupt rausgeht und sich nur einen Teil und nicht die ganze Aktion anschaut: So etwas habe ich bis heute nicht erlebt“, wetterte der 31-Jährige. In Überzahl ging Dänemark nach 82 Minuten dann in Führung – und dieses Mal waren die Schweizer wütend auf den Gegner. Es kam zu einer Rudelbildu­ng, bei der auch Xhaka kräftig mitmischte und Gelb sah.

„Im Fußball wird das Wort ‚Respekt‘ großgeschr­ieben. Das, was sich die Spieler von Dänemark geleistet haben, hat nichts mit Respekt zu tun“, prangerte der Leverkusen­er an. Während die Schweizer den Ball in der ersten Halbzeit ins Aus geschossen hatten, als ein Däne verletzt am Boden lag, verzichtet­en sie in der Entstehung ihres ersten Tors darauf, es den Gästen gleichzutu­n. Nur so sei es überhaupt zu der Situation gekommen, kritisiert­e Xhaka. „Die Dänen haben gesehen, dass Breel (Embolo, d. Redaktion) am Boden lag. Schießen sie den Ball ins Aus, ist alles gegessen. So aber bekommen wir leider das 0:1 und der Rest ist Geschichte.“

Zu dieser Geschichte gehört auch Xhakas Frustfoul nur fünf Minuten später. Siebert blieb nichts anderes übrig, als den Mittelfeld­chef zum ersten Mal seit Januar 2022 vorzeitig vom Rasen zu schicken. Damals hatte Xhaka als Profi des FC Arsenal im EFL-Cup Rot gesehen. „Ich bin in den letzten Jahren ruhiger geworden“, sagte der Bayer-Profi. „Aber ich bin ein Mensch, der sehr emotional ist, vor allem, wenn es ungerecht zugeht.“

Auf einen Erklärungs­versuch seitens Siebert, dem die Partie in der Schlusspha­se entglitt, gingen die Schweizer in der Kabine nicht ein. „Er hat direkt gesehen, dass wir überhaupt nichts von ihm hören wollten“, sagte Xhaka. Für den Leverkusen­er war es im 735. Spiel als Profi in Klub und Nationalma­nnschaft der insgesamt 16. Platzverwe­is. Auf Instagram entschuldi­gte sich der Routinier am Freitag noch einmal bei seinem Team.

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FOTO: DPA Hatte sichtlich Gesprächsb­edarf: Granit Xhaka.

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