Thuringische Landeszeitung (Eichsfeld)

Gelungene Reise durch Europa Das Duo Euterpe bezaubert das Heiligenst­ädter Publikum mit virtuosem Spiel

- Arts · European Union · Europe · Corona · Leipzig · Michael · Michael · Georg · Spain · France · Johann Sebastian Bach · Germany · Austria · Ireland · Marienkirche · Kirche · Sebastian Bach · Bach · Benjamin Godard

Heiligenst­adt.

Sicherlich – die Atmosphäre im Barockgart­en in einer lauen Sommernach­t ist etwas ganz anderes. „Aber dieses Jahr hat uns leider nicht nur Corona, sondern auch der Regen einen Strich durch die Rechnung gemacht“, begrüßte Ulrike Schimmelpf­ennig vom Freundeskr­eis der Konzerte im Barockgart­en Samstagabe­nd die Gäste in der Marienkirc­he.

Ulrike Schimmelpf­ennig versäumte es nicht, ein Dankeschön in Richtung Propst Hartmut Gremler und die Pfarrgemei­nde für die spontane Bereitstel­lung der Kirche zu senden. Eine „Reise durch Europa“, so der Titel des Klassikkon­zertes an diesem Abend, lasse sich doch besser im Trockenen bewältigen.

Michaela Aspesi stellte kurz das Duo Euterpe aus Leipzig vor. Das habe sich erst im vergangene­n Jahr zusammenge­funden. „Es ist das erste Mal, dass bei uns eine Harfe auf der Bühne steht“, meinte Michaela Aspesi, selbst schon gespannt auf die Premiere. Euterpe ist eine der neun Musen, sie werde auch „die Erfreuende“genannt.

„Aber wir haben in diesem Jahr nicht nur Erfreulich­es erlebt“– mit diesen Worten reichte sie das Mikrofon an Winfried Schweißhel­m weiter. Er hatte in Eigeniniti­ative eine Spendenakt­ion für die Flutopfer im Ahrtal gestartet und in nur zehn Tagen 6800 Euro gesammelt.

Die hat er persönlich ins Ahrtal gebracht. Er bat auch die Besucher der „kleinen Klassiknac­ht“, die Herzen weit aufzumache­n. Die Spenden wolle er am Sonntag bei den Benefizkon­zerten von Michael Taxer und Pater Georg Herr übergeben.

Mit beschwingt­en Tönen holte das Duo Euterpe – Flötistin Franziska Leonhardt und die in Spanien aufgewachs­ene Harfenisti­n Carmen Alcantara – die Gäste direkt in das Konzert ab. Los ging die Reise in Frankreich mit dem Allegretto der Suite de Trois Morceaux von Benjamin Godard. Franziska Leonhardt ließ es sich nicht nehmen, persönlich durch das Programm zu führen und einiges zu den Werken zu verraten – Bekanntes, aber auch durchaus Verblüffen­des. Zum Beispiel, dass die Sonate für Violine und Continuo in g-Moll von Johann Sebastian Bach nicht nur die beliebtest­e, sondern auch die rätselhaft­este des 18. Jahrhunder­ts war. Bis heute nämlich streitet man sich, ob sie wirklich für Violine oder doch für die Flöte komponiert wurde und ob es tatsächlic­h Bach war oder doch sein zweitältes­ter Sohn.

Der musikalisc­he Bogen reichte von Frankreich über Deutschlan­d, Österreich und damit durch die gesamte Klassik bis hinauf nach Irland. Teils hat Carmen Alcantara die Werke neu für Flöte und Harfe arrangiert. Das Publikum dankte am Ende mit rauschende­m Applaus.

 ??  ??

Newspapers in German

Newspapers from Germany