Ostthuringer Zeitung (Schleiz)
Feuerwehren aus Saale-Orla-Kreis vor dem nächstem Einsatz
Auch hiesige Wehren kämpfen gegen den verheerenden Waldbrand bei Saalfeld
Pößneck/Neustadt/Triptis. Der verheerende Waldbrand auf den Saalfelder Höhen hält auch die Feuerwehr im Saale-Orla-Kreis in Atem. Dutzende Einsatzkräfte halfen in den vergangenen Tagen nahe Gösselsdorf bei der Brandbekämpfung. Für Anfang kommender Woche wurden sie erneut angefordert. Wie Kreisbrandinspektor Uwe Tiersch berichtete, rückte zunächst am Mittwoch gegen 20 Uhr der Einsatzzug Wasser des Katastrophenschutzes in den Nachbarlandkreis Saalfeld-Rudolstadt aus. Vor Ort waren sieben Kameraden aus Pößneck, je neun aus Triptis und Neustadt sowie acht aus Krölpa.
Die Neustädter und die Triptiser Wehr halfen jeweils mit ihren neuen Katastrophenschutzfahrzeugen LF 20 KatS, die erst Ende Januar offiziell in Dienst gestellt worden waren. Die gesamte Nacht hindurch kämpfte der Einsatzzug im Verband mit einem Zug aus Gera gegen die Flammen. „Gegen 4 Uhr war die Lage im zugewiesenen Einsatzabschnitt unter Kontrolle, um 6.30 Uhr erfolgte die Ablösung durch nachrückende Kräfte aus Erfurt“, heißt es dazu von der Feuerwehr Pößneck.
Ferien sorgen für weniger Reservekräfte
Während für die Pößnecker, Triptiser und Krölpaer der WaldbrandEinsatz damit zunächst beendet war, wurde die Feuerwehr Neustadt bereits am Donnerstag erneut auf die Saalfelder Höhen alarmiert. Gemeinsam mit den Wehren aus Tanna und Wurzbach sowie aus dem Neustädter Ortsteil Neunhofen bildeten sie den Einsatzzug Retten, so Neustadts Stadtbrandmeister Ronny Kaufmann. Neustadt vertrat hier die Feuerwehr Schleiz, die entschied, dem Marschbefehl nicht nachzukommen und zunächst der örtlichen Sicherheit Vorrang einzuräumen.
Insgesamt, so erklärte Kreisbrandmeister Tiersch, verfügten viele Wehren im Saale-Orla-Kreis derzeit allein schon wegen der Sommerferien „nicht gerade über ein Übermaß an Reservekräften“. Insofern komme gerade den Ortsteilwehren bei Großeinsatzanlagen wie dieser eine entscheidende Bedeutung zu. Für Montag habe der Katastrophenschutzstab die Einsatzkräfte
aus dem SOK erneut als Unterstützung angefordert, berichtete Tiersch.
Die Neustädter Wehr hatte unterdessen seit Sonntag auch mehrere kleinere Waldbrände in ihrem Heimatgebiet zu löschen, sagte Kaufmann. So zum Beispiel unweit der Hohen Straße und Mittwoch im Wald am Bismarckturm. Unterstützung kam hier von den Kameraden aus Pößneck, die am selben Tag noch zu zwei vermeintlichen Waldbränden im Stadtwald Pößneck sowie nahe Wilhelmsdorf eilten. Beide Male handelte es sich aber letztlich um weiter entfernte Brandstellen im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.
Für ihre Katastrophenschutz-Einsätze erhalten die hiesigen Wehren laut Tiersch übrigens eine Ausgleichszahlung aus einem vom Freistaat Thüringen verwalteten Fonds. Nur der jeweils betroffene Landkreis, erklärte der Kreisbrandinspektor im Gespräch mit dieser Redaktion, trage bis zu 50.000 Euro der Kosten selbst. Mehr als 250 Hektar Wald brennen seit Mittwochnachmittag auf den Saalfelder Höhen. 670 Feuerwehrkräfte kämpfen dort inzwischen Tag und Nacht gegen die Flammen.