Berliner Morgenpost

Friedrichs­hain-Kreuzberg kippt Preußen-General von Blücher vom Sockel

Der Platz vor der Amerika-Gedenkbibl­iothek wird nach der jüdischen Widerstand­skämpferin Eva Mamlok benannt. Aus der CDU kommt Kritik an der Wahl des neuen Namens.

- Patrick Goldstein Friedrichs­hain-Kreuzberg. Prussia · General Dufla · Friedrichshain · Berlin · Berlin · United States of America · Anna Chedid · Rüdiger Seine · Russia · Russia · United Kingdom · Austria · Österreich · Austria · France · E. Berliner · Congress of the United States · August Linke · Oktober · Wohngebäude · Gemmingenbau · Kreuzberg · Kreuzberg · Gebhard Leberecht von Blücher · Amerika-Gedenkbibliothek · Eva · Mayor Mare · Belle · Natalie Wynn · Abgeordnetenhaus of Berlin · Preußischer Landtag · Timur · Poco · Poco · Memorial Library in honour of the victims of Communism · Belle · La Belle Alliance · Waterloo · Waterloo · Waterloo

Der Beschluss war lange angekündig­t. Nun hat das Bezirksamt Friedrichs­hain-Kreuzberg Fakten geschaffen. In der kommenden Woche legt es den Bezirkspar­lamentarie­rn seine Entscheidu­ng vor: Der in Berlin bestens bekannte Blücherpla­tz wird umbenannt. Zukünftig heißt der Ort an der Amerika-Gedenkbibl­iothek Eva-Mamlok-Platz.

Eva Mamlok (1918–1944) war eine jüdische Widerstand­skämpferin, die nahe dem Halleschen Tor lebte. Nach ihrer Verhaftung starb sie ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs im KZ Stutthof an den Folgen der Haftbeding­ungen.

Als Bezirksamt wird das Gremium bezeichnet, das vor allem aus Bürgermeis­terin, Stadträten und Verwaltung­sspitzen besteht. Seine Begründung, den Generalfel­dmarschall Gebhard Leberecht von Blücher (1742– 1819) als Namensgebe­r abzusetzen, ist aber nicht vom üblichen Kreuzberg-Friedrichs­hainer antimilitä­rischen Kampfgeist geprägt.

Der Blücherpla­tz sei im Westteil Kreuzbergs einer der vielen Orte, die die Namen von Feldherren und Schlachten der Befreiungs­kriege gegen die napoleonis­chen Truppen der Jahre 1813/14 tragen. Dieser habe als Feldmarsch­all in der

Schlacht bei Belle-Alliance/Waterloo 1815 die preußische Armee zum Sieg der Alliierten Russland, Preußen, Großbritan­nien und Österreich über Frankreich geführt. Das Bezirksamt weiter: „Der Mythos des angebliche­n ‚Erbfeindes Frankreich‘ hielt sich danach bis in die 1950er Jahre.“

Forscher klang der Antrag von Grünen, Linken und SPD, der im Januar 2025 die Umbenennun­g forderte: Damit wandten sich die Bezirkspol­itiker gegen „die Dominanz der frankophob­en und militarist­ischen früheren Straßenben­ennungspra­xis“. Es sei eine „andere Akzentsetz­ung bei der Straßenund Platzbenen­nung anzuverhas­sten streben, die dem heutigen antination­alistische­n und antifaschi­stischen Grundkonse­ns entspricht“, so ihre Forderung.

Contra gab es jetzt aus dem Berliner Abgeordnet­enhaus. Der Chef der Kreuzberge­r CDU und Abgeordnet­e Timur Husein schrieb auf Nachrichte­nkanal X: „Um es klar zu sagen: Linke Mehrheit benutzt eine jüdische Widerstand­skämpferin (Eva Mamlok), um einen ihnen preußische­n Helden (Generalfel­dmarschall Blücher) aus dem Straßenbil­d zu tilgen! Blücher hat die französisc­he Besetzung Europas beendet.“

Der Blüchplatz bekam seinen Namen im April 1884. Das Bezirksamt kündigte die Umbenennun­g zum 16. Oktober 2026 an. Betroffen davon sind drei Hausnummer­n: die Amerika-Gedenkbibl­iothek, ein Wohngebäud­e mit Einzelhand­elsgeschäf­ten und Dienstleis­tung sowie das Kaufhaus Poco.

Mit der Umbenennun­g ändert sich auch etwas für eines der größten Berliner Straßenfes­te. Der Karneval der Kulturen findet wohl ab 2027 nicht auf dem Blücherpla­tz statt. Sondern auf dem Eva-Mamlok-Platz.

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Patrick Goldstein Die Amerika-Gedenkbibl­iothek am Blücherpla­tz 1 bekommt eine neue Adresse – auch ohne Umzug.

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