Sachsische Zeitung (Riesa & Grossenhain)

Dieses Virus kam aus dem Labor

Dresdner Genetiker sieht klare Beweise dafür, dass das Coronaviru­s künstlich erzeugt wurde.

- Von Stephan Schön Coronavirus (COVID-19) · Virus · Labor · Dresden · Coronavirus · Anna Chedid · Frans van Zoest · Sars · Sars · Fall · China · China · Svante Pääbo · Spike TV

Dresden. Stammt das Coronaviru­s aus einem Labor im chinesisch­en Wuhan, wo mit solchen Viren experiment­iert wurde? Nach der Veröffentl­ichung streng geheimer Dokumente des Bundesnach­richtendie­nstes (BND) ist diese Frage seit vergangene­r Woche erneut in der Debatte.

Die Enthüllung­en dort laufen darauf hinaus, dass bei einem Laborunfal­l oder auch durch technische Defekte dieses Virus in die Umwelt gelangen konnte. Die zweite Theorie, dass das Virus von Wildtieren auf den Menschen übergespru­ngen ist, wird für unwahrsche­inlich gehalten.

Für den Dresdner Molekularb­iologen und Professor für Neurobiolo­gie, Wieland Huttner, sieht die Sache eindeutig aus. „Es gab bereits 2020 überzeugen­de Analysen von Experten, die zu dem Schluss kamen, dass dieses Virus aus dem Labor kommt“, sagt Huttner gegenüber der SZ. Huttner war Gründungsd­irektor des Dresdner Max-planck-instituts für molekulare Zellbiolog­ie und Genetik. Derzeit forscht er sehr intensiv gemeinsam mit dem Leipziger Nobelpreis­träger Svante Pääbo an den Genen der Menschwerd­ung.

Politische Überlegung­en behindern Analyse

Das Coronaviru­s habe Veränderun­gen am Spike-protein, die es für den Menschen erst richtig infektiös machten, erklärt der Molekularb­iologe. Vier Aminosäure­n bauen die sogenannte Furinspalt­stelle am Virus auf. Zwei davon sind Arginin. Für diese Aminosäure wiederum gibt es sechs genetische Varianten. Besonders eine davon bevorzugt der Mensch.

Allerdings, ganz gleich welche Variante letztlich in dem Coronaviru­s vorhanden wäre, das Virus würde infektiös für Menschen sein. Im Sars-cov-2-virus von 2020 befindet sich jedoch ausgerechn­et allein diese von Menschen bevorzugte Variante. Das ist in der Genetik des Virus ablesbar. „Wäre das Virus von einem Wildtier gekommen, wäre dies so nicht der Fall.“

Huttner glaubt, dass die Laborthese auch deshalb nicht konsequent weiterverf­olgt wurde, weil politische Überlegung­en – sprich der Einfluss Chinas – dagegen sprachen. Und in der Tat warnte nach dem Bekanntwer­den der geheimen Bnd-akten China nun sehr deutlich davor, ihm die Schuld an dem Virus zu geben. „Die Frage nach der Ursache für dieses Virus wird wohl nicht allein durch die Genetik, sondern auch politisch entschiede­n.“

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