Sachsische Zeitung (Meissen Radebeul und das Elbland)
Haben alle drei Grundschulen in Klipphausen eine Zukunft?
Eine freie Wählerliste hat die Diskussion zur Zukunft der Grundschulen in Klipphausen gestartet.
Klipphausen. Die Schülerzahlprognosen für Klipphausen sehen nicht gut aus. Für 2030 erwartet man nur noch elf Erstklässler in der Grundschule Naustadt. Viel zu wenig. Bereits 2025 hatte Bürgermeister Mirko Knöfel (parteilos) die Entwicklung als Alarmsignal bezeichnet.
Zuzug allein hilft nicht
Mitten in dieser Problematik stellten einige aus dem Kreis der Wählerliste „Gemeinsam für Klipphausen (GfK)“kürzlich die Frage, ob die nun im Haushalt geplante Sanierung des Grundschulkomplexes in Sachsdorf für 4,3 Millionen Euro wirklich nötig sei. „Auch die Frage, ob alle drei Schulen eine Zukunft haben, muss berechtigt sein“, sagt GfK-Gemeinderat Thomas Angermann. Er betont: „Natürlich wollen wir alle drei Grundschulen erhalten.“Die Themen, die alle GfK-Gemeinderäte diskutieren möchten, seien: Welche Maßnahmen helfen? Und vor allem: Ist jetzt diese große Sanierungsmaßnahme der Sachsdorfer Schule nötig und sinnvoll?
„Allein über Zuzug können wir das Kinderzahlproblem nicht regeln“, sagt Brit Reimann-Bernhardt (GfK). Vor allem auf diesen Punkt setzt der Bürgermeister und ein Großteil des Gemeinderates. Doch zurzeit gibt es keine Wohnungen für Familien.
Auch Reimann-Bernhardt hätte fast aus der Gemeinde wegziehen müssen, weil sie nichts mit ihren Kindern gefunden hatte. Und in Bezug auf Wohnungsbau geht nichts voran. „Das Bauen funktioniert gerade nicht“, sagen die GfK-Gemeinderäte Angermann, Hartmut Hubeny und Gerd Mehler übereinstimmend. Es müssten also andere Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, um nicht eine der drei Grundschulen in der Gemeinde schließen zu müssen. Besonders gefährdet ist die Grundschule Naustadt. Die Schülerzahlen in Burkhardswalde und Sachsdorf sind noch stabil.
Lösungsvorschlag: Alle Schulen einzügig
Deshalb meint Brit Reimann-Bernhardt (GfK): „Wir brauchen eine Lösung für ganz Klipphausen.“Denn ab 2030 sinken die prognostizierten Schülerzahlen derart, dass gerade noch drei erste Klassen in der gesamten Gemeinde zusammenkommen, wenn überhaupt. Um alle
Wir brauchen eine Lösung für ganz Klipphausen.
Brit Reimann-Bernhardt Gemeinderätin (GfK)
Grundschulen erhalten zu können, müsse man laut Angermann in Erwägung ziehen, alle Schulen in den nächsten Jahren nur noch einzügig zu führen. Das bedeute aber eben auch, dass hinterfragt werden müsse, ob die Grundschule in Sachsdorf in dieser Situation jetzt noch eine Sanierung in dieser Größenordnung brauche. „Wir müssen ergebnisoffen über neue Schulbezirke im Gemeinderat und in der Schulkonferenz reden – ohne beschimpft zu werden“, sagt Brit Reimann-Bernhardt. „Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt“, betont sie.
Die Schlussfolgerung aus der angeschobenen Diskussion, die GfK wolle Schulen schließen, sei absurd. „Wir müssen alles prüfen, was der Gesetzgeber ermöglicht. Wir fordern eine langfristige, planvolle Sicherung aller unserer Schulstandorte“, sagt sie.
Schulaufsichtsbehörde kann eingreifen
Möglichkeiten, eine Schulschließung zu verhindern, gebe es einige. Neben der Anpassung der Schulbezirke sei auch jahrgangsübergreifender Unterricht eine Option. Wenn aber keine Lösungen gefunden würden, könne die sächsische Schulaufsichtsbehörde als letztes Mittel eine Grundschule schließen. „Doch zuvor gibt es viele Schritte“, sagt Brit Reimann-Bernhardt beschwichtigend. Aber im schlimmsten Fall könne es dazu kommen.
Deshalb habe die GfK jetzt dieses Thema in den öffentlichen Fokus gerückt. Auch, wenn es jetzt zu einem ungünstigen Zeitpunkt käme, sagt Angermann. Denn in diesem Jahr sind in Klipphausen Bürgermeisterwahlen.
Auch die GfK will mit Brit Reimann-Bernhardt eine Kandidatin ins Rennen schicken. Ihr liegen besonders gute Bedingungen für Kinder und Jugendliche in der Gemeinde am Herzen. Insofern möchte auch sie eine Grundschulschließung vermeiden. Aber genau deshalb brauche es jetzt Lösungen.
Gemeinderäte verlangen Transparenz
Im Grundschulgebäude in Sachsdorf wurden Friatherm-Leitungen verbaut. Sie sind dafür bekannt, dass undichte Stellen entstehen. In der baugleichen Kita Sachsdorf hatte es deshalb vor Jahren einen unentdeckten Wasserschaden gegeben – mit verheerenden Folgen. Deshalb will man beim Schulgebäude nun vorsorglich handeln. Dabei sollen nicht nur die Leitungen ausgetauscht, sondern gleichzeitig eine energetische Sanierung vorgenommen werden.
Aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde und der Schülerzahlentwicklung stelle sich laut Angermann die Frage, ob man nicht nur die Rohre auswechseln könne. Alle GfK-Gemeinderäte wünschten sich detaillierte Unterlagen für die Baumaßnahme. Was ist genau geplant? Welche Varianten gibt es? Als positives Beispiel nennen sie die transparenten Darstellungen im Jahr 2020, als man nach Lösungen für das Kita-Gebäude suchte.