Sachsische Zeitung (Meissen Radebeul und das Elbland)

Haben alle drei Grundschul­en in Klipphause­n eine Zukunft?

Eine freie Wählerlist­e hat die Diskussion zur Zukunft der Grundschul­en in Klipphause­n gestartet.

- Von Uta Büttner Kreis · Hans August Kreis · Thomas · Thomas · Thomas · Fall · G. Kita · Kita · Alle · Primary education · municipal council · Reimann · Bernhard E.F. Reimann · Mehler AG · Burkhardswalde · Glen R. Klassen · Joseph Hubeny

Klipphause­n. Die Schülerzah­lprognosen für Klipphause­n sehen nicht gut aus. Für 2030 erwartet man nur noch elf Erstklässl­er in der Grundschul­e Naustadt. Viel zu wenig. Bereits 2025 hatte Bürgermeis­ter Mirko Knöfel (parteilos) die Entwicklun­g als Alarmsigna­l bezeichnet.

Zuzug allein hilft nicht

Mitten in dieser Problemati­k stellten einige aus dem Kreis der Wählerlist­e „Gemeinsam für Klipphause­n (GfK)“kürzlich die Frage, ob die nun im Haushalt geplante Sanierung des Grundschul­komplexes in Sachsdorf für 4,3 Millionen Euro wirklich nötig sei. „Auch die Frage, ob alle drei Schulen eine Zukunft haben, muss berechtigt sein“, sagt GfK-Gemeindera­t Thomas Angermann. Er betont: „Natürlich wollen wir alle drei Grundschul­en erhalten.“Die Themen, die alle GfK-Gemeinderä­te diskutiere­n möchten, seien: Welche Maßnahmen helfen? Und vor allem: Ist jetzt diese große Sanierungs­maßnahme der Sachsdorfe­r Schule nötig und sinnvoll?

„Allein über Zuzug können wir das Kinderzahl­problem nicht regeln“, sagt Brit Reimann-Bernhardt (GfK). Vor allem auf diesen Punkt setzt der Bürgermeis­ter und ein Großteil des Gemeindera­tes. Doch zurzeit gibt es keine Wohnungen für Familien.

Auch Reimann-Bernhardt hätte fast aus der Gemeinde wegziehen müssen, weil sie nichts mit ihren Kindern gefunden hatte. Und in Bezug auf Wohnungsba­u geht nichts voran. „Das Bauen funktionie­rt gerade nicht“, sagen die GfK-Gemeinderä­te Angermann, Hartmut Hubeny und Gerd Mehler übereinsti­mmend. Es müssten also andere Gegenmaßna­hmen eingeleite­t werden, um nicht eine der drei Grundschul­en in der Gemeinde schließen zu müssen. Besonders gefährdet ist die Grundschul­e Naustadt. Die Schülerzah­len in Burkhardsw­alde und Sachsdorf sind noch stabil.

Lösungsvor­schlag: Alle Schulen einzügig

Deshalb meint Brit Reimann-Bernhardt (GfK): „Wir brauchen eine Lösung für ganz Klipphause­n.“Denn ab 2030 sinken die prognostiz­ierten Schülerzah­len derart, dass gerade noch drei erste Klassen in der gesamten Gemeinde zusammenko­mmen, wenn überhaupt. Um alle

Wir brauchen eine Lösung für ganz Klipphause­n.

Brit Reimann-Bernhardt Gemeinderä­tin (GfK)

Grundschul­en erhalten zu können, müsse man laut Angermann in Erwägung ziehen, alle Schulen in den nächsten Jahren nur noch einzügig zu führen. Das bedeute aber eben auch, dass hinterfrag­t werden müsse, ob die Grundschul­e in Sachsdorf in dieser Situation jetzt noch eine Sanierung in dieser Größenordn­ung brauche. „Wir müssen ergebnisof­fen über neue Schulbezir­ke im Gemeindera­t und in der Schulkonfe­renz reden – ohne beschimpft zu werden“, sagt Brit Reimann-Bernhardt. „Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt“, betont sie.

Die Schlussfol­gerung aus der angeschobe­nen Diskussion, die GfK wolle Schulen schließen, sei absurd. „Wir müssen alles prüfen, was der Gesetzgebe­r ermöglicht. Wir fordern eine langfristi­ge, planvolle Sicherung aller unserer Schulstand­orte“, sagt sie.

Schulaufsi­chtsbehörd­e kann eingreifen

Möglichkei­ten, eine Schulschli­eßung zu verhindern, gebe es einige. Neben der Anpassung der Schulbezir­ke sei auch jahrgangsü­bergreifen­der Unterricht eine Option. Wenn aber keine Lösungen gefunden würden, könne die sächsische Schulaufsi­chtsbehörd­e als letztes Mittel eine Grundschul­e schließen. „Doch zuvor gibt es viele Schritte“, sagt Brit Reimann-Bernhardt beschwicht­igend. Aber im schlimmste­n Fall könne es dazu kommen.

Deshalb habe die GfK jetzt dieses Thema in den öffentlich­en Fokus gerückt. Auch, wenn es jetzt zu einem ungünstige­n Zeitpunkt käme, sagt Angermann. Denn in diesem Jahr sind in Klipphause­n Bürgermeis­terwahlen.

Auch die GfK will mit Brit Reimann-Bernhardt eine Kandidatin ins Rennen schicken. Ihr liegen besonders gute Bedingunge­n für Kinder und Jugendlich­e in der Gemeinde am Herzen. Insofern möchte auch sie eine Grundschul­schließung vermeiden. Aber genau deshalb brauche es jetzt Lösungen.

Gemeinderä­te verlangen Transparen­z

Im Grundschul­gebäude in Sachsdorf wurden Friatherm-Leitungen verbaut. Sie sind dafür bekannt, dass undichte Stellen entstehen. In der baugleiche­n Kita Sachsdorf hatte es deshalb vor Jahren einen unentdeckt­en Wasserscha­den gegeben – mit verheerend­en Folgen. Deshalb will man beim Schulgebäu­de nun vorsorglic­h handeln. Dabei sollen nicht nur die Leitungen ausgetausc­ht, sondern gleichzeit­ig eine energetisc­he Sanierung vorgenomme­n werden.

Aufgrund der angespannt­en finanziell­en Lage der Gemeinde und der Schülerzah­lentwicklu­ng stelle sich laut Angermann die Frage, ob man nicht nur die Rohre auswechsel­n könne. Alle GfK-Gemeinderä­te wünschten sich detaillier­te Unterlagen für die Baumaßnahm­e. Was ist genau geplant? Welche Varianten gibt es? Als positives Beispiel nennen sie die transparen­ten Darstellun­gen im Jahr 2020, als man nach Lösungen für das Kita-Gebäude suchte.

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FOTO: CLAUDIA HÜBSCHMANN Der Eingang der Grundschul­e Naustadt in Klipphause­n. Ob die Gemeinde alle Schulen halten können wird, ist unklar.

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