Studie: Arbeitszeitverkürzung ändert wenig an Arbeitsteilung im Haushalt
Männer haben mehr Freizeit, Frauen mehr Haus- und Pflegearbeit.
Arbeitsleben. Eine Reduktion der gesetzlichen Wochenarbeitszeit bei gleichbleibendem Stundenentgelt entlastet insbesondere Frauen, führt aber nicht automatisch zu einer gleicheren Verteilung unbezahlter Arbeit. Dies geht aus einer aktuellen WU-Studie zum Thema Arbeitszeitverkürzung hervor. Demnach füllen die Frauen die zusätzliche Zeit mit mehr Haus- und Betreuungsarbeit aus. Sie könnten diese dann mit weniger Zeitstress erledigen.
Männer hingegen würden sich mehr Freizeit verschaffen und sie vor allem für Hobbys nutzen. „Wenn Männer weniger Erwerbsarbeit leisten, bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch mehr unbezahlte Arbeit übernehmen“, sagt Studienautorin Clara Himmelbauer. Vor allem traditionelle Rollenbilder würden dem entgegenstehen. Für eine bessere Aufteilung von unbezahlter Arbeit sei eine gleichmäßig auf alle Wochentage aufgeteilte Stundenreduktion besser als eine 4-Tage-Woche. Himmelbauer betonte aber, dass eine Arbeitszeitverkürzung die Voraussetzung dafür sei, dass Männer mehr unbezahlte Arbeit übernehmen könnten. Zusätzlich brauche es aber weitere Maßnahmen wie mehr Kinderbetreuungsplätze.
Die Arbeitszufriedenheit ist in Österreich relativ hoch. Laut Arbeitsklimaindex des IFES-Instituts sind 70 Prozent der Österreicher mit ihrem Stundenausmaß zufrieden. Allerdings sind es vor 20 Jahren noch 8 von zehn Personen gewesen. Seit der Pandemie stieg vor allem der Wunsch nach weniger Stunden.