Ostthuringer Zeitung (Schleiz)
Solarpark-Pläne bei öpitz abgelehnt
Der Pößnecker Stadtrat Wolfgang Kleindienst kommt mit seinem Antrag zur Ablehnung der Projektvorstellung zuvor
Pößneck. Ohne dass die Öffentlichkeit überhaupt informierte wurde, preschte Stadtrat Wolfgang Kleindienst (UBV/WU) in der jüngsten Sitzung des Pößnecker Stadtrates mit einem Antrag vor, der offenbar zum Ziel hatte, Solarpark-Pläne auf einem Gelände zwischen PößneckÖpitz und Ranis-Brandenstein schon im Keim zu ersticken.
Die Energiewende ist am Ende! Wolfgang Kleindienst Stadtrat für die Fraktion UBV/WU in Pößneck
Eine Projektiererin aus Leipzig saß zwar unter den Gästen, sie hatte aber zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, die Ideen vorzustellen. Die Pläne dürften, wenn überhaupt, nur einem kleinen nicht-öffentlichen Kreis im Vorfeld zugänglich gewesen sein. Auf den mehr schlecht als recht von der Agrarprodukte Ludwigshof zu bewirtschaftenden Flächen an den südlichen Hängen steht bereits eine Freiflächensolaranlage. Kleindienst hält einen Ausbau der vorhandenen Anlagen zur Energiegewinnung in Thüringen laut Begründung des Antrags „unter energiewirtschaftlichen und netztechnischen Gesichtspunkten [für]
weder notwendig noch sinnvoll.“Er behauptet, dass „ein Großteil des regenerativ erzeugten Stroms ins Ausland ‚verramscht‘“werde und sei darum
eher für „dezentrale, netzverträgliche Lösungen“. Ohne Belege anzuführen, ist weiterhin zu lesen: „In der Bürgerschaft regt sich erheblicher
Widerstand gegen das geplante Vorhaben.“Dieselbe Argumentation konnte man vom UBVPolitiker in Oppurg bei einem ähnlichen Projekt und zur „Wasserkraft statt Windkraft“-Wanderung vor wenigen Tagen in Gräfenwarth hören.
Reizwort Zechsteinriff
Hellhörig dürften einige Stadtratsmitglieder, die nichts gegen Freiflächen-PV-Anlagen haben, geworden sein, als Kleindienst das Zechsteinriff erwähnte. Norbert Andres (CDU) zum Beispiel. Er findet Naturschutz wichtig, bevorzuge aber eher stillgelegte (Brach-)Flächen für derartige Solarparks. Steve Richter (Linke/Grüne) bedauerte die negative Einstellung vieler Räte. „Wir stehen gerade am Anfang der Energiewende“, findet er. Kleindienst entgegnete schroff: „Die Energiewende ist am Ende!“
Dem Antrag der WU/UBV, „die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Solarpark im Ortsteil Öpitz grundsätzlich“abzulehnen, stimmten elf Personen zu, eine lehnte es ab, sechs enthielten sich.
Nicht unerwähnt sollte bleiben, wie lange die durch den Beschluss erfolgte Sperre für das Einreichen eines B-Plans für das Öpitz-Solarpark-Projekt gilt. „Drei Monate“, antwortete Udo Schäfer, der städtische Justiziar. Demnach könnten dieselben Investoren es erneut am selben Ort, aber unter anderen Vorzeichen, wieder probieren. Und haben vielleicht dann die Chance, ihr Projekt einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.