Sachsische Zeitung (Freital Dippoldiswalde & Osterzgebirge)

Landratsam­t Pirna rechnet mit 30-Millionen-Defizit

Um den Haushalt 2026 zu entlasten, versucht das Landratsam­t erneut, mehr Geld von den Kommunen einzuziehe­n.

- Von Dirk Schulze Landratsamt · Landratsamt · Pirna · Switzerland · Michael · Michael · Kingdom of Saxony · Kosten · Federal Administration in Germany · federal level of Germany · September · Sächsische Schweiz · Saxon Switzerland

Pirna. Bei den Finanzen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebi­rge ist keine Entlastung in Sicht. Für 2026 rechnet das Landratsam­t Pirna laut aktuellen Angaben weiterhin mit einem Fehlbetrag von 30 Millionen Euro. Die Ausgaben übersteige­n bereits seit 2024 die Einnahmen, im laufenden Jahr werden die Rücklagen beinahe aufgebrauc­ht.

Landrat Michael Geisler (CDU) forderte den Freistaat Sachsen erneut auf, sich stärker an den Sozialausg­aben zu beteiligen. „Landkreis und Kommunen müssen immer mehr Aufgaben übernehmen, bekommen aber die Kosten von Bund und Freistaat nicht in ausreichen­der Höhe erstattet“, sagte Geisler. „Mein Appell lautet: Es ist erforderli­ch, zurück zu einer ordentlich­en konservati­ven Finanzpoli­tik zu kommen.“Die Kommunen in Sachsen gelten seit Längerem als unterfinan­ziert, was Landkreise, Städte und Gemeinde immer wieder beklagen. Eine Änderung ist erst mit Verhandlun­gen über den Finanzausg­leich 2027/28 möglich.

Kreisumlag­e soll steigen

Die Kreisräte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebi­rge werden am 24. November über den Haushalt für 2026 abstimmen. Für Investitio­nen wird der Landkreis dann auch Kredite aufnehmen müssen. Aufgrund der unsicheren Lage hatte der Landkreis 2025 erstmal keinen Doppelhaus­halt aufgestell­t, sondern nur für ein Jahr geplant.

Um die Lücken wenigstens teilweise auszugleic­hen, will das Landratsam­t die Kreisumlag­e erhöhen. Das ist die Abgabe, die der Landkreis von seinen Städten und Gemeinden einzieht. Laut aktuellem

Entwurf soll sie um vier Prozentpun­kte steigen.

Bei der Haushaltsa­bstimmung für 2025 war das Landratsam­t mit diesem Ansinnen gescheiter­t. Damals ging es um eine Anhebung von zwei Prozentpun­kten, also die Hälfte von dem, was jetzt geplant ist. Der Kreistag lehnte die Erhöhung mehrheitli­ch ab. Die dort vertretene­n Bürgermeis­ter verwiesen auf ebenfalls leeren Kassen der Kommunen.

Konsolidie­rungskonze­pt ausgesetzt

Der Haushalt 2025 für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebi­rge wurde nur mit der Auflage genehmigt, dass das Landratsam­t ein Konsolidie­rungskonze­pt aufstellt. Laut ursprüngli­cher Ankündigun­g sollte dies im September vorliegen.

Wie das Landratsam­t Pirna jetzt mitteilt, wurde die Umsetzung ausgesetzt. Landrat Geisler hatte bereits im Frühjahr erklärt, dass er kaum Sparpotent­ial sehe. Als mögliche Maßnahmen gelten die Digitalisi­erung von Verwaltung­sabläufen bis hin zur Reduktion von Stellen.

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FOTO: DANIEL FÖRSTER Landrat Michael Geisler (CDU) sieht den Landkreis in finanziell­en Nöten und hat Forderunge­n an den Freistaat.

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