Sachsische Zeitung (Pirna Sebnitz)
Verkehrsversuch in der Sächsischen Schweiz startet im Oktober
Die Straße zwischen Altendorf und Bad Schandau soll für Radfahrer sicherer werden. Dafür gibt es ein Pilotprojekt. Erste Markierungen auf der Fahrbahn sind schon zu sehen.
In der Sächsischen Schweiz haben die Vorarbeiten für den geplanten Verkehrsversuch bei Bad Schandau begonnen. Auf der Straße zwischen Altendorf und Bad Schandau wurden dafür Fahrrad-Piktogramme auf die Fahrbahn gemalt. Sie sollen Autofahrer künftig auf die Radfahrer aufmerksam machen.
Das Ganze ist ein sachsenweites Pilotprojekt. „Primäres Ziel ist es dabei, die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen und die S154 als sichere und attraktive Radverkehrsroute zu etablieren“, erklärt Stephanie Ihle, Sprecherin der landeseigenen Gesellschaft LISt, die im
Auftrag des sächsischen Verkehrsministeriums arbeitet. Als weitere Maßnahmen werden in den kommenden Tagen Schilder aufgestellt, die auf die verschiedenen Radrouten hinweisen. Auch die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Strecke wird reduziert werden. Spätestens bis zum 7. Oktober sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.
Ursprünglich sollte das Projekt schon Ende September starten, allerdings seien die Schilder nicht rechtzeitig geliefert worden, heißt es. Die Idee ist es, Radfahrern zwei verschiedene Routen anzubieten: eine schnelle Variante für den Alltagsradverkehr, die direkt auf der Staatsstraße entlangführt, sowie eine zweite, landschaftlich schönere, aber dafür längere Strecke über die Nebenstraße in Richtung Rathmannsdorf und den Zaukengrund. Der Verkehrsversuch wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Hintergrund ist eine Lücke in der Radwegeplanung zwischen Sebnitz und Bad Schandau. Auf dem nördlichen Teil der Strecke entlang der Panoramadörfer Lichtenhain, Mittelndorf und Altendorf ist ein straßenbegleitender Radweg bereits in Vorbereitung. Für den Abschnitt von Altendorf bis nach Bad Schandau wurde die Planung aufgrund der immensen Baukosten jedoch eingestellt. Das Pilotprojekt soll hier eine Alternative bieten.
Im Sebnitzer Rathaus geht man davon aus, dass es sich dabei um eine vorübergehende Lösung handelt. Das langfristige Ziel sei weiterhin die Sanierung der Staatsstraße durch den Zaukengrund durch den Freistaat, in deren Rahmen dann auch ein separater Radweg kommen soll, erklärte Oberbürgermeister Ronald Kretzschmar (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Stadtrats.
Für die bereits sicheren Streckenabschnitte Lichtenhain-Mittelndorf und Mittelndorf-Altendorf läuft aktuell das Planfeststellungsverfahren. Die Unterlagen lagen im August öffentlich aus, bis zum 23. September konnten Einwendungen abgegeben werden. Der Baubeginn hängt nun davon ab, wie diese möglichen Einwendungen bewertet werden.
Primäres Ziel ist es dabei, die ~
Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen.
Stephanie Ihle, Sprecherin der Gesellschaft LISt