Ostthuringer Zeitung (Schleiz)

Windrad-Größe mit Absperrban­d vor Augen geführt

100 Teilnehmer wandern im südlichen Saale-Orla-Kreis zu einem Ort, der wohl gar kein Windvorran­ggebiet mehr ist

- Marcus Cislak Peter · Peter · Wolfgang · Munitions factory Güsen · Wiese · Wiese · September · Saale · Kreis · Hans August Kreis · Christian · Gräfenwarth · Waldschänke Exenschläger · Christian Herrgott · Bad Lobenstein

Eine lokale Interessen­sgemeinsch­aft (IG) „Wasserkraf­t statt Windkraft“rief zu einer Wanderung in die Umgebung von Gräfenwart­h auf. Etwa 100 Interessie­rte folgten der Ankündigun­g am Sonntagmor­gen. Die Gruppe um Peter Orlamünder führt die Wandernden auch auf die Elschwiese, um visuell zu verdeutlic­hen, welche Ausmaße eine mehr oder weniger typische Anlage haben könnte. Die aufgespann­ten Absperrbän­der repräsenti­eren drei Flügel mit Länge von jeweils 80 Metern, den Mast bis zur Nabe mit 175 Metern und das Fundament mit einer Länge von 30 mal 30 Metern. Das beeindruck­t die meisten Anwesenden, wie auch das: Zusätzlich lässt ein Drohnenpil­ot seine Drohne rund 120 Meter hoch aufsteigen, mehr dürfe er nicht und das kleine Gerät würde auch kaum mehr von den Zuschauern zu sehen sein.

Bis 15. September kann jeder Stellungna­hmen einreichen

Orlamünder sagt, dass eine Windkrafta­nlage an der Waldschänk­e auf der Elschwiese angedacht war, aber diese sei wohl nicht mehr Teil der vielzitier­ten und diskutiert­en Vorranggeb­iete. Aber was man wiederholt auch von Kreistagsm­itglied Wolfgang Kleindiens­t (UBV), der gewohnt wortreich referierte, hört: Man solle sich vorbereite­n und gewappnet sein. Denn der Sachliche Teilplan, der die Gebiete für mögliche Windkrafta­nlagen definiert, werde wohl alle fünf Jahre überarbeit­et. Wer weiß schon, ob die Wiese zwischen Gräfenwart­h und Raila wieder dazu gehöre. Jedenfalls wolle man die Menschen vor Ort informiere­n, so Orlamünder. Auch darüber: Bis zum 15. September 2025 kann jeder Stellungna­hmen bei der Regionalen Planungsge­meinschaft zum Teilplan einreichen.

Grundsätzl­ich lehne die IG „Wasserkraf­t statt Windkraft“geschlosse­n den Bau weiterer Anlagen, egal welcher Art, ab. Mit den bereits vorhandene­n Anlagen wie Photovolta­ik, Biomasse und dergleiche­n erzeuge man - wie jüngst auch der Landrat vom Saale-Orla-Kreis, Christian Herrgott, in Bad Lobenstein argumentie­rte - etwa Dreivierte­l des Stroms, den man im Landkreis benötige. Kleindiens­t wiederholt Altbekannt­es, wie angeblich weiter steigende Netzentgel­te durch mehr Anlagen; fehlende Netzkapazi­täten; internatio­naler Strommarkt­handel; trotz steigender Gewerbeste­uer, höhere Kreisumlag­en und sinkende Schlüsselz­uweisungen; marktüblic­hes Wirtschaft­en; Rückbau-Bürgschaft­en; Teilchenab­rieb; Naturschut­z.

 ?? MARCUS CISLAK ?? Eine Tour mit etwa 100 Interessie­rten machte auch Station auf der Elschwiese zwischen Gräfenwart­h und Raila.
MARCUS CISLAK Eine Tour mit etwa 100 Interessie­rten machte auch Station auf der Elschwiese zwischen Gräfenwart­h und Raila.

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