Ostthuringer Zeitung (Saale-Holzland-Kreis)

Schwierige­r Start für Inklusions-Café

Veranstalt­er machen in Hermsdorf den ersten Versuch, Betroffene als auch Angehörige an einen Tisch zu bringen. Im ländlichen Saale-Holzland gar nicht so einfach

- Larissa König Society · Hermsdorf · Josué Michels · event · Saale · Hans August Kreis · Kreis · Hermsdorf · Federal Administration in Germany · federal level of Germany · Kind · The Child · Hermsdorf · Petra · Knut · Kraftwerk · Finn

Vergangene­n Dienstag fand zum ersten Mal das Inklusions­Café in Hermsdorf statt. Geladen dazu haben Petra Michels vom paritätisc­hen Wohlfahrts­verband und Knut Meenzen, der als Betreuer für behinderte Menschen arbeitet.

Eingeladen waren Menschen mit Behinderun­gen, aber auch Angehörige, Vereine, die sich mit dem Thema befassen und auch alle Interessie­rten, die sich zu diesem Thema informiere­n wollen. Das Inklusions-Café soll Menschen zusammen und in den Austausch bringen und Vernetzung­en untereinan­der ermögliche­n. Die Veranstalt­ung fand im zentralen Teilhabeze­ntrum des ASB in Hermsdorf statt.

Ohne Verein oder Ansprechpa­rtner kaum Kontakt möglich

Im Vorfeld haben sich die Veranstalt­er bemüht, möglichst breit Werbung zu streuen für das Inklusions­Café. Flyer wurden verteilt in Wohnstätte­n, Lebenshilf­en, Rehazentre­n und auch online per Mail verschickt, um möglichst Viele der Zielgruppe zu erreichen. „Es ist schwierig, Betroffene zu erreichen,

die nicht Teil eines Vereins, einer Wohngruppe oder einer anderen Organisati­on sind. Ohne Ansprechpa­rtner kommt man leider kaum an einzelne Betroffene heran“, sagt Knut Meenzen. „Auf dem Land ist es noch mal schwierige­r, Betroffene für solche Veranstalt­ungen zu gewinnen. Viele möchten in Ruhe gelassen werden und im bekannten Umfeld ihrer Gemeinde bleiben. Fahrten zu Veranstalt­ungen in eine andere Stadt sind von manchen auch nicht so einfach zu stemmen“, erklärt Petra Michels. Das Inklusions-Café möchte aber auch Treffpunkt

für solche Menschen werden. Ein weiteres Problem sei auch, dass insbesonde­re in den kleinen Dörfern Gaststätte­n und andere kulturelle Angebote immer weniger werden und somit das Angebot insgesamt für Betroffene, die weniger mobil sind oder andere Einschränk­ungen haben, immer kleiner werde. Dadurch, dass die Gemeinden im Saale-Holzland-Kreis oft weiter auseinande­r liegen, haben behinderte Menschen auf den Land oft andere Schwierigk­eiten als beispielsw­eise behinderte Menschen in größeren Städten, die allein durch die Infrastruk­tur besser vernetzt sein können und ganz andere Möglichkei­ten haben.

Es soll eine zweite Runde geben im Saale-Holzland

Zum Inklusions-Café kam die Behinderte­nbeauftrag­te des Landkreise­s, Doreen Finn, sowie Vertreter der Lebenshilf­e aus Hermsdorf. Diskutiert wurde unter anderem über die Rahmenbedi­ngungen, die Stadt, Landkreis oder auch der Bund vorgeben, wenn es um die Unterstütz­ung von behinderte­n Menschen geht.

Mit dabei waren auch Eltern, die von Erfahrunge­n mit ihrem behinderte­n Kind berichtete­n. Eines der vielen Probleme sei beispielsw­eise, dass schon gesetzlich­e Ansprüche, die behinderte Menschen haben, nur schwer durchzuset­zen seien. Möchte man weitere Fördergeld­er beantragen, würde es noch schwierige­r werden.

Auch wenn es weiterhin schwierig bleibt, möglichst viele Betroffene mit der Einladung zu erreichen, so möchten Knut Meenzen und Petra Michels einen weiteren Termin für das Inklusions-Café demnächst bekannt geben.

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JULIA ZAVALISHIN­A/SHUTTERSTO­CK Symbolbild: Das neue Inklusions-Café hofft darauf, mehr Betroffene für die Veranstalt­ung zu begeistern.

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