Ostthuringer Zeitung (Schleiz)
Neue Anbindungen priorisieren Hauptrouten im Saale-Orla-Kreis
Mit dem Fahrplanwechsel zum 14. Dezember wird Rufbussystem Kombus-Flex eingeführt
Im Kreistag wurde am Montagnachmittag das Nahverkehrskonzept der Kombus vorgestellt, das mit dem Fahrplanwechsel zum 14. Dezember eingeführt werden soll.
Wie Mike Mackeldey, Leiter Verkehr und Service bei Kombus, schickte voran, dass in den vergangenen 30 Jahren der öffentliche Personennahverkehr extrem eingekürzt worden sei, wodurch Versorgungslücken entstanden seien. Diese Lücken solle nun das neue Kombus-Flex-System schließen, welches vor allem als Zubringen zu den Hauptrouten des öffentlichen Nahverkehrs zu verstehen sei.
Barrierefreie Kleinbusse als Zubringer
Die Hauptrouten, die alle größeren Städte im Landkreis verbinden und bis nach Jena, Gera oder auch Hof führen, sollen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember in einem Zwei-Stunden-Takt befahren werden. Eine Herausforderung für das Nahverkehrsunternehmen sei es gewesen, das Flex-System mit möglichst wenig zusätzlichen Personal umzusetzen. Das sei gelungen, indem das Flex-System von den Fahrern bedient wird, die im Schülerverkehr eingesetzt sind und zwischen den Schulbusfahrten Wartezeiten haben.
Für den Kombus-Flex-Verkehr sollen 20 barrierefreie Kleinbusse eingesetzt werden, die alle mit einer Rollstuhlrampe ausgestattet sind. Zwölf dieser Fahrzeuge seien eine Eigenbeschaffung der Kombus, die acht weiteren sollen durch die Nachauftragsunternehmen gestellt werden, welche für Kombus fahren. Gebucht werden könnten die FlexFahrten, die den Fahrgast zur nächstgelegenen Hauptroute bringen, bis zu zwei Stunden vor Abfahrt über die Kombus-App, die
Internetseite der Kombus oder telefonisch. Die Bezahlung könne dann jedoch ausschließlich durch Bargeld im Bus erfolgen. Weitere Zahlungsarten möchte die Kombus künftig ebenfalls ermöglichen.
Das Kombus-Flex-System, das auch als On-Demand-Verkehr betitelt wird, werde an Schultagen von montags bis freitags in der Zeit von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 15 Uhr bis 17 Uhr angeboten. In den Schulferien sollen die Flex-Fahrten zwischen 6 Uhr und 17 Uhr angeboten werden und an Wochenenden und Feiertagen von 9 Uhr bis 15 Uhr.
Mehrkosten werden aus Rücklage gedeckt
Kritik am neuen Flex-System kam von Wolfgang Kleindienst (UBV/ FDP/WU). Wer etwa von Nimritz
nach Pößneck wolle, würde mit dem Flex-System erst nach Oppurg gebracht, wo in den Zug eingestiegen werden müsse, anstatt durch das Flex-System direkt nach Pößneck gebracht zu werden. Die Nachfrage von Wolfgang Kleindienst, ob sich die Umstellung des Fahrplansystems auf den Kreishaushalt auswirke, konnte verneint werden. Die zusätzlichen Kosten von rund 248.000 Euro würden durch die Rücklage des Zweckverbandes gedeckt.
Auswirkungen auf die Stadtlinien, wie es Dieter Rebelein (Linke) erfragte, werde die Fahrplan- und Systemumstellung nicht haben. Neben den regulären Tickets hätten selbstverständlich auch das Deutschlandticket sowie Zeit- und Schülertickets ihre Gültigkeit im
Kombus-Flex-System. Zudem werde der sogenannte Nachbarschaftsverkehr zum Erreichen von Zielen des täglichen Bedarfs wie etwa Arztpraxen oder Einkaufsmärkte bei einer Entfernung zwischen zwei und zehn Kilometern über das FlexSystem abgedeckt.
Landrat Christian Herrgott (CDU) begrüßte das neue Fahrplansystem der Kombus, mahnte jedoch auch an, dass dieses genutzt werden müsse, um nicht später in eine ungünstige Lage auf dem Prüfstand zu haben. Es könne schwierig werden, den Menschen verständlich zu machen, dass es nach 30 Jahren schwierig sein könne, den Menschen zu erklären, dass es eine mobile Alternative zu den sonst so dürftigen Nahverkehrsanbindungen gibt.