KI in Poldis Dönerläden
Die Imbisskette des Fußballstars kooperiert mit einem Roboter-Anbieter.
Zwar ist das Karriereende von Lukas Podolski noch nicht offiziell, aber am 10. Oktober steigt in Köln schon mal das Abschiedsspiel für den 130-maligen Fußball-Nationalspieler und Weltmeister von 2014. Köln, das ist die Heimat Podolskis, den seine sportliche Weltkarriere von dort über Bayern München, Arsenal London, Inter Mailand, Galatasaray Instanbul und Japan zuletzt in sein Geburtsland Polen zu Gornik Zabrze führte, wo seine fußballerische Laufbahn wohl dem Ende entgegengeht.
Ungeachtet von so viel Weltläufigkeit ist Podolski im Herzen Rheinländer. Und mit dem Gaumen ist er Döner-Fan, womit wir bei Poldis zweitem beruflichen Standbein sind – dem des Unternehmers. Podolski ist seit Jahren Mitinhaber der Kette Mangal LPx10, die seine Initialen und seine Rückennummer im Firmennamen trägt. Und die jetzt mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) die Döner-Produktion revolutionieren will. Die komplette Herstellung von Döner, Köfte oder Bulgur soll automatisch laufen, ohne dass noch ein Mensch Hand anlegen muss oder anderswie in die Herstellung eingreift. Möglich machen sollen das Roboter der börsennotierten Hamburger Gesellschaft Circus, deren Aktienkurs am Mittwoch mal gleich um zehn Prozent nach oben ging.
Circus ist ein Technologieunternehmen im Bereich der Schnellgastronomie und entwickelt Softwareund KI-Lösungen sowie Robotik für Kochprozesse. Die Hamburger Gruppe, die sich selbst als ein führendes KI-Robotik-Unternehmen bezeichnet, hat mit der DönerFranchise-Kette von Podolski und Co. „einen mehrstufigen Vorvertrag über die beabsichtigte Einführung und den Betrieb von bis zu 2400 CA1-Robotern“unterzeichnet. Die Einführung der Technologie sei zunächst in mehreren FlagshipStores im Raum Düsseldorf/Köln im kommenden Jahr geplant. Ziel sei es, nach der Einführungsphase eine Kooperation „zu etablieren, die beim Erreichen der Wachstumsziele von Mangal die Umsetzung eines Einsatzes von über 1600 autonomen Robotern der Circus Group in Deutschland sowie 800 Einheiten in Polen über mehrere Jahre vorsieht“. Geschätztes Umsatzpotenzial allein aus dem Verkauf der Roboter und weiterer
Hardware: etwa 400 Millionen Euro.
Mangal gehört Podolski gemeinsam mit den Gastronomen Metin und Salih Dag. Das erste Lokal der Kette wurde 2018 in Köln eröffnet; seither sind in der Domstadt 15 weitere dazu gekommen; drei gibt es in Düsseldorf, weitere Niederlassungen befinden sich in Leverkusen, Bergheim, Pulheim, Mönchengladbach, Essen, Bochum. Gummersbach, Hürth, Euskirchen und Koblenz. Seit Jahren expandiert die Kette über selbstständige Franchisenehmer.
Sie ist nicht Podolskis einziges Engagement in der Wirtschaft. Zuvor hatte er schon gemeinsam mit einer italienischen Familie eine Eisdiele in Köln betrieben, er ist in Fußballhallen ebenso mit von der Partie wie bei einem Brauhaus in Köln, außerdem mit einem eigenen Modelabel unterwegs und neuerdings auch in Sachen Eventmanagement aktiv. Das alles natürlich nicht operativ. Es zählt vor allem sein Gesicht. Sich mit einem der größten Fußball-Idole Kölns schmücken zu können, schadet den Geschäften jedenfalls nicht.