Rheinische Post Kleve

KI in Poldis Dönerläden

Die Imbisskett­e des Fußballsta­rs kooperiert mit einem Roboter-Anbieter.

- VON GEORG WINTERS Robots · Artificial Intelligence · Tech · Singularitarianism · Futurology · Roboethics · Science · Lukas Podolski · Luke the Engine Driver · Oktober · Cologne · FC Bayern Munich · Bavaria · Munich · Landeshauptstadt München · Arsenal F.C. · London · F.C. Internazionale Milano · Milan · Galatasaray · Japan · Japan · Poland · Polen · Poland · Górnik Zabrze · Zabrze · Veriga Lesce · Ralf Hand · Society · Duesseldorf · Germany · Germany · Mönchengladbach · Essen · Bochum · Gummersbach · Euskirchen · Koblenz · Brauhaus · Bergheim · Pulheim · Hürth · Clara Hamburger · Leverkusen (Remscheid)

Zwar ist das Karriereen­de von Lukas Podolski noch nicht offiziell, aber am 10. Oktober steigt in Köln schon mal das Abschiedss­piel für den 130-maligen Fußball-Nationalsp­ieler und Weltmeiste­r von 2014. Köln, das ist die Heimat Podolskis, den seine sportliche Weltkarrie­re von dort über Bayern München, Arsenal London, Inter Mailand, Galatasara­y Instanbul und Japan zuletzt in sein Geburtslan­d Polen zu Gornik Zabrze führte, wo seine fußballeri­sche Laufbahn wohl dem Ende entgegenge­ht.

Ungeachtet von so viel Weltläufig­keit ist Podolski im Herzen Rheinlände­r. Und mit dem Gaumen ist er Döner-Fan, womit wir bei Poldis zweitem berufliche­n Standbein sind – dem des Unternehme­rs. Podolski ist seit Jahren Mitinhaber der Kette Mangal LPx10, die seine Initialen und seine Rückennumm­er im Firmenname­n trägt. Und die jetzt mit Hilfe von Künstliche­r Intelligen­z (KI) die Döner-Produktion revolution­ieren will. Die komplette Herstellun­g von Döner, Köfte oder Bulgur soll automatisc­h laufen, ohne dass noch ein Mensch Hand anlegen muss oder anderswie in die Herstellun­g eingreift. Möglich machen sollen das Roboter der börsennoti­erten Hamburger Gesellscha­ft Circus, deren Aktienkurs am Mittwoch mal gleich um zehn Prozent nach oben ging.

Circus ist ein Technologi­eunternehm­en im Bereich der Schnellgas­tronomie und entwickelt Softwareun­d KI-Lösungen sowie Robotik für Kochprozes­se. Die Hamburger Gruppe, die sich selbst als ein führendes KI-Robotik-Unternehme­n bezeichnet, hat mit der DönerFranc­hise-Kette von Podolski und Co. „einen mehrstufig­en Vorvertrag über die beabsichti­gte Einführung und den Betrieb von bis zu 2400 CA1-Robotern“unterzeich­net. Die Einführung der Technologi­e sei zunächst in mehreren FlagshipSt­ores im Raum Düsseldorf/Köln im kommenden Jahr geplant. Ziel sei es, nach der Einführung­sphase eine Kooperatio­n „zu etablieren, die beim Erreichen der Wachstumsz­iele von Mangal die Umsetzung eines Einsatzes von über 1600 autonomen Robotern der Circus Group in Deutschlan­d sowie 800 Einheiten in Polen über mehrere Jahre vorsieht“. Geschätzte­s Umsatzpote­nzial allein aus dem Verkauf der Roboter und weiterer

Hardware: etwa 400 Millionen Euro.

Mangal gehört Podolski gemeinsam mit den Gastronome­n Metin und Salih Dag. Das erste Lokal der Kette wurde 2018 in Köln eröffnet; seither sind in der Domstadt 15 weitere dazu gekommen; drei gibt es in Düsseldorf, weitere Niederlass­ungen befinden sich in Leverkusen, Bergheim, Pulheim, Mönchengla­dbach, Essen, Bochum. Gummersbac­h, Hürth, Euskirchen und Koblenz. Seit Jahren expandiert die Kette über selbststän­dige Franchisen­ehmer.

Sie ist nicht Podolskis einziges Engagement in der Wirtschaft. Zuvor hatte er schon gemeinsam mit einer italienisc­hen Familie eine Eisdiele in Köln betrieben, er ist in Fußballhal­len ebenso mit von der Partie wie bei einem Brauhaus in Köln, außerdem mit einem eigenen Modelabel unterwegs und neuerdings auch in Sachen Eventmanag­ement aktiv. Das alles natürlich nicht operativ. Es zählt vor allem sein Gesicht. Sich mit einem der größten Fußball-Idole Kölns schmücken zu können, schadet den Geschäften jedenfalls nicht.

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