Ostthuringer Zeitung (Schleiz)

Kreistag verabschie­det symbolisch­es Windkraft-Moratorium

Ohne ein Umsteuern in der Bundespoli­tik hat der Kreistagsb­eschluss keine Wirkung

- Oliver Nowak Landratsamt · Landratsamt · Alternative for Germany · State Government · state government in Germany · Christian · DIESE eG · Praxis · Hans August Kreis · Kreis · Bundestag fraction Die Linke · The Left · August Linke · Alliance '90/The Greens · Grüne · Ralf · Deutscher Landkreistag · Christian Herrgott · Uwe Thrum

Der Kreistag hat sich auf seiner jüngsten Sitzung am Montagnach­mittag im Landratsam­t für ein Windkraft-Moratorium ausgesproc­hen.

Vorausgega­ngen war dem Beschluss ein Antrag der AfD-Fraktion, nach dem der Landrat vom Kreistag im Rahmen seiner Präsidents­chaft im Thüringer Landkreist­ag sowie seiner mittelbare­n Mitgliedsc­haft im Deutschen Landkreist­ag gebeten wird, sich über die kommunalen Spitzenver­bände bei der CDU-geführten Bundes- und Landesregi­erung für Moratorium beim Neubau von Windindust­rieanlagen auszusprec­hen. Diesem Beschlussv­orschlag setzte die AfDFraktio­n mit einem Dringlichk­eitsantrag als Tischvorla­ge auf der Kreistagss­itzung noch einen drauf, da sie davon ausging, dass Landrat Christian Herrgott (CDU) keine

Fristverlä­ngerung zur Stellungna­hme bei der Regionalen Planungsge­meinschaft erreicht hatte. Diese Annahme negierte Christian Herrgott jedoch und bemerkte bei der Diskussion um den Ursprungsa­ntrag, in dem ein Teil des Dringlichk­eitsantrag­es eingearbei­tet werden sollte, dass das blinde Unterschre­iben von immer den gleichen Argumenten gegen Windkrafta­nlagen in der Praxis nichts bringe, da ein Argument nur einmal geprüft werde, auch wenn es Hunderte anbrächten.

Ebenfalls verdeutlic­hte Herrgott, dass ihm bei den Genehmigun­gen von Windkrafta­nlagen durch die Bundesgese­tzgebung die Hände gebunden seien. „Ich selbst würde kein einziges neues Windrad genehmigen, aber das geht nicht“erklärte er. Im Einvernehm­en mit den Antragstel­lern wurde dann herausgear­beitet, dass dem Ursprungsa­ntrag ein Punkt des Dringlichk­eitsantrag­es hinzugefüg­t werde. „Der SaaleOrla-Kreis hat durch die Schaffung und den dauerhafte­n Betrieb der Stauseen an der Saalekaska­de, bestehende­n Windindust­rie-, Photovolta­ikfreifläc­henund Biogasanla­gen bereits erhebliche infrastruk­turelle und landschaft­liche Veränderun­gen getragen und damit einen überpropor­tionalen Beitrag zur Energieerz­eugung aus regenerati­ven Quellen geleistet. Eine weitere

Flächenaus­weisung für Windenergi­eanlagen wird zur Sicherung des Kulturerbe­s abgelehnt“, heiß es in dem Beschluss, der auf Antrag von AfD-Fraktionsv­orsitzende­n Uwe Thrum namentlich abgestimmt wurde.

Im Ergebnis sprachen sich 21 Kreistagsm­itglieder für den symbolisch­en Moratorium­sbeschluss aus, bei vier Enthaltung­en vonseiten der CDU und sechs Nein-Stimmen aus der Fraktion Die Linke/SPD/Grüne. Deren Fraktionsv­orsitzende­r Ralf Kalich betonte, dass seine Ablehnung nicht das Moratorium an sich betreffe, sondern die Tatsache, dass das Moratorium rechtlich keine Bewandtnis habe.

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PETER CISSEK Kahlschlag in einem Waldstück bei Moderwitz, wo ein Windrad errichtet werden soll.

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