Sachsische Zeitung (Freital Dippoldiswalde & Osterzgebirge)

Windkraftg­esetz: Bundes-CDU folgt Dippser Antrag

Eine Mehrheit der Delegierte­n stimmte dafür, den Bundesländ­ern mehr Mitbestimm­ung zu geben.

- Von Maik Brückner Renewable Energy · Heinz Körner · Stuttgart · Federal Administration in Germany · city council · Hans August Kreis · Kreis · Strom-Lichtspiele · Union · Saxon Switzerland · Switzerland · Dresden · Dippoldiswalde · Sächsische Schweiz · Klingenberg · Klingenberg · Klingenberg

Der Oberbürger­meisterin von Dippoldisw­alde, Kerstin Körner (CDU), ist es gelungen, die Delegierte­n der BundesCDU für ihr Herzensanl­iegen zu gewinnen. Beim Bundespart­eitag in Stuttgart stimmte eine Mehrheit der Christdemo­kraten dafür, die Regelungen zum Windkrafta­usbau neu zu beurteilen. Konkret heißt es in dem Beschluss: „Wir wollen Erneuerbar­e Energie markt- und systemdien­lich fördern sowie Netze, Erneuerbar­e Energie und dezentrale Flexibilit­ät synchron ausbauen.“

Das bestehende Ziel, zwei Prozent der Landesfläc­he für Windkrafta­nlagen bereitzust­ellen, soll überprüft werden. Die CDU strebt demnach an, vom starren Windkraft-Flächenzie­l abzurücken und sich stattdesse­n für ein technologi­eoffenes Ausbauziel bei den erneuerbar­en Energien einzusetze­n. „Wir wollen den Ländern hierzu flexible Erprobungs­räume in Abstimmung mit dem Bund eröffnen”, heißt es in dem beschlosse­nen Antrag. Körner hatte vor den Delegierte­n persönlich für ihren Antrag geworben, der zuvor von der Antragskom­mission modifizier­t worden war. „Wir wollen weg von starren, planwirtsc­haftlichen Flächenzie­len, die am Ende nur politische­n Schaden in den Regionen, soziale Konflikte und massiven Vertrauens­verlust – vor allem in den ländlichen Räumen – schaffen.“Als Oberbürger­meisterin einer Kleinstadt im ländlichen Raum und stellvertr­etende Vorsitzend­e eines Planungsve­rbandes wisse sie, wovon sie rede, erklärte sie.

Körners Antrag nahm den Weg, wie man ihn aus Lehrbücher­n zur Politik kennt: Zunächst stimmte der Stadtrat von Dippoldisw­alde einstimmig dafür. Später konnte die Oberbürger­meisterin auch die Delegierte­n der Kreis-CDU und des Landespart­eitags der Sächsische­n Union dafür gewinnen. Deshalb schaffte es der Antrag auf den Bundespart­eitag. Nun werden sich die Ministerie­n damit beschäftig­en.

Die Dippserin begründete ihren Vorstoß damit, dass das Windenergi­eflächenbe­darfsgeset­z – kurz

WindBG – die Bundesländ­er dazu verpflicht­et, bis 2027 1,3 Prozent und bis 2032 zwei Prozent ihrer Landesfläc­he für Windenergi­e bereitzust­ellen. „Für Landkreise mit besonderen Gegebenhei­ten, wie den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebi­rge, bedeutet dies erhebliche­n Druck zur Ausweisung weiterer

Flächen“, so Körner.

Da verschiede­ne Flächen wie der Ballungsra­um Dresden oder der Nationalpa­rk Sächsische Schweiz und die angrenzend­en Schutzgebi­ete herausfall­en, werde der zuständige Planungsve­rband in anderen Regionen – darunter in ihrer Stadt – sowie in Gemeinden wie Klingenber­g größere Flächen für Windkrafta­nlagen ausweisen. Dies führe zu Konflikten mit dem Landschaft­sschutz, dem Tourismus, der Landwirtsc­haft und der Akzeptanz der Bevölkerun­g.

Ein weiterer Kritikpunk­t ist, dass die geltende pauschale Flächenquo­te weder regionale Unterschie­de in der Windverfüg­barkeit noch den bereits in vielen Regionen geleistete­n Beitrag zur Energiewen­de berücksich­tigt. Auch andere klimafreun­dliche Technologi­en wie Fotovoltai­k auf Gebäuden, Geothermie und Biomasse würden nicht berücksich­tigt. Deshalb fordert Körner ein regional gesteuerte­s Energieflä­chenkonzep­t.

Mit diesem ließe sich „die Energiewen­de effiziente­r und gerechter gestalten“und die Akzeptanz in der Bevölkerun­g erhöhen. Es würde den Kommunen ermögliche­n, lokal angepasste Lösungen zu entwickeln und starre Flächenvor­gaben abzulösen. Körner hofft, dass nicht nur die Zwei-Prozent-Regel, sondern bereits die erste Stufe, die 1,3Prozent-Vorgabe, überprüft wird.

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FOTO: IMAGO/DTS NACHRICHTE­NAGENTUR Auf dem 38. Bundespart­eitag der CDU Deutschlan­ds hat die Dippoldisw­alder Oberbürger­meisterin Kerstin Körner erfolgreic­h für eine Überarbeit­ung des Windenergi­eflächenbe­darfsgeset­zes geworben.

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