Sachsische Zeitung (Freital Dippoldiswalde & Osterzgebirge)
Grünen-Kreisverband wählt neuen Vorstand
Matthias Gottschalk führt die Partei nun allein, nicht mehr in einer Doppelspitze.
Pirna. Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige Co-Sprecher, Matthias Gottschalk, wurde dabei in seinem Amt bestätigt.
Gottschalk, der in Rabenau lebt, leitet den Kreisverband somit nun allein. Die Freitalerin Ines Kummer, bisher als Co-Sprecherin Teil der bei den Grünen üblichen Doppelspitze, war für diese Position nicht wieder angetreten.
Ebenfalls durch die Mitgliederversammlung bestätigt wurden Mario Noack aus Pirna als Schatzmeister und Lucia Bellora-Bienengräber aus Neustadt als Beisitzerin. Lydia Engelmann und Hannes Merz, bisher Beisitzerin und Beisitzer, traten nicht wieder an.
So viele Mitglieder wie noch nie
Als Ziel für kommende Wahlen gibt der Kreischef Ergebnisse von über fünf Prozent für die Grünen im Landkreis aus. „Viele Menschen wollen eine sozial gerechte und nachhaltige Politik“, sagt Matthias Gottschalk. Das habe die Eintrittswelle im vergangenen Jahr gezeigt. Die Grünen im Landkreis zählen aktuell 133 Mitglieder und damit so viele wie noch nie.
Thematisch sehen die Grünen ihre Perspektive vor allem beim geplanten Lithium-Abbau in Altenberg, bei der laufenden Klage gegen den Nationalpark Sächsische Schweiz und bei der angespannten Situation der Kitas gefragt.
Grüne fordern Sondervermögen für Kitas
Die Kindertagesstätten betreffend hat sich der Grünen-Kreisverband für eine Anpassung des Landes-Kitagesetzes ausgesprochen. Die aktuell vielerorts diskutierten Schließungen von Kindertageseinrichtungen sollen verhindert und die Betreuung in den Kitas verbessert werden.
Sachsen sei bundesweit Schlusslicht
bei der frühkindlichen Bildung. „Anstatt die sinkenden Geburtenzahlen für Einsparungen zu nutzen, sollte dies viel eher als Chance für unsere Kinder gesehen werden“, sagt Matthias Gottschalk. Wenn die Zahl der Pädagoginnen und Pädagogen gleichbleibe, während die Kinderzahlen sinken, verbessere sich automatisch der Betreuungsschlüssel.
Um dies zu erreichen, fordern die Grünen, dass die Gelder für Kitaplätze und Kitapersonal festgeschrieben und der derzeitige Betreuungsschlüssel herabgesetzt werden sollen. Für die Sanierung von Kitas soll der Freistaat Sachsen ein Sondervermögen auflegen und damit die Kommunen unterstützen.