Missgeschick verhindert besseres Resultat
Beim Skiathlon wurde Micha Büchel kurzzeitig aus dem Rennen genommen, weil der Fis ein Fehler unterlief. Dies kostete Ränge und Zeit.
Mit seinem zweiten Rennen bei der nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Trondheim hätte Micha Büchel eigentlich zufrieden sein können. Doch es wäre deutlich mehr für den 22-jährigen Langläufer beim Skiathlon über 20 Kilometer am Samstag möglich gewesen. Ein besseres Resultat und vor allem eine deutlich bessere Zeit verhinderte allerdings eine Person der Fis. Diese hielt Büchel auf, weil sie meinte, Büchel liefe Gefahr, überholt zu werden. Trotz Diskussionen musste der Langläufer auf die Seite treten und sein Rennen schien vorbei zu sein. «Auf der letzten Runde kann ich aber nicht überrundet werden, dass habe ich ihm erklärt. Während der Diskussion hat die Verfolgergruppe aufgeschlossen und sie wurden auch rausgenommen», beschreibt Büchel die entscheidenden Augenblicke. Erst als der Ordner sah, wie die Topgruppe Richtung Zielgerade einbog, wurde ihm sein Fehler bewusst. «Es war noch recht witzig, wie ihm die Kinnlade runtergefallen ist, als er es gesehen hat», fügt Büchel an.
Missgeschick kostete Büchel bis zu einer Minute
Er konnte gemeinsam mit den weiteren Athleten das Rennen fortführen und schliesslich auch beenden. Doch nach der längeren Stehzeit fiel ihm die Fortführung nicht leicht und sein Vorsprung war natürlich dahin. Dieses Missgeschick kostete ihn nach eigener Schätzung fast eine Minute. Als er als erster Athlet herausgenommen wurde, lag Büchel zudem noch auf Position 75, im Ziel musste er sich schliesslich mit Rang 82 begnügen. «Ich hatte noch zwei Athleten vor mir und ich hatte das Gefühl, dass ich es noch zulaufen hätte können. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die hintere Gruppe noch aufgeholt hätte», beschreibt Büchel die vergebene Chance. Damit wäre selbst Platz 73 noch im Bereich des Möglichen gelegen, seine
Zeit von 52:35.7 Minuten über die 20 Kilometer wären aber jedenfalls geringer ausgefallen. So betrug sein Rückstand auf die Spitze schlussendlich 8:03.4 Minuten.
Rein mit seiner eigenen Leistung konnte Büchel gut leben, wie er klarstellte: «Das Rennen von mir war recht gut, dass haben auch meine Trainer gesagt. Es war ein gutes Rennen, aber es ist natürlich schade, dass so etwas passiert.» Es wurde Protest eingelegt, doch dieser nützt natürlich nicht viel. Daher musste sich Büchel mit einer Entschuldigung zufrieden geben. «Direkt nach dem Rennen war der Zorn grösser und ich bin direkt zur Jury hin. Jetzt ist es passiert und man kann nichts mehr machen. Ich habe es jetzt akzeptiert und es ist wieder gut», beschreibt Büchel seine Gefühlslage mittlerweile.
Ein besonderes Highlight stellte für ihn die Atmosphäre da. 22 000 Zuschauer füllten das Skistadion vollständig aus und sorgten für ausgelassene Stimmung. «Schon beim Einlaufen jubeln sie dir zu und rufen deinen Namen. Es ist verrückt. In der ersten Runde wurden Pyros gezündet und alle haben Vollgas gegeben. Ich werde vermutlich nie mehr so eine Stimmung erleben. Ich bin froh und dankbar, dass ich hier sein darf», stellte Büchel klar.
Bereits morgen sind Büchel und Riedener im Einsatz
Den Ausgang des Rennens machten die Norweger unter sich aus. Johannes Hösflot Kläbo setzte sich mit einer Zeit von 44:22.3 Minuten vor seinen Landsmännern Martin Löwström Nyenget, Harald Östberg Amundsen sowie Jan Thomas Jenssen durch. Der 28-Jährige holte damit nicht nur die elfte WM-Goldmedaille seiner Karriere – die erste im Skiathlon –, sondern das insgesamt 200. WM-Gold für Norwegen.
Weiter geht es für Büchel bereits am Dienstag. Dann stehen für ihn die 10 Kilometer klassisch auf dem Programm. «Über die vergangenen Tage konnte ich im klassischen Stil Selbstvertrauen tanken und ich habe wieder zu alter Stärke gefunden. Während der Saison lief es im Klassisch nämlich nicht so gut. Ich nehme mir vor, wieder tiefe Fis-Punkte zu machen und sie zu verbessern sowie meine Bestleistung abzurufen», führt Büchel für die Aufgabe am Dienstag aus. Für ihn wird die WM dann erst am Samstag mit den 50 Kilometern Freistil Massenstart zu Ende gehen.
Am Dienstag wird auch Nina Riedener im Einsatz stehen. Auch für sie wird es über die 10 Kilometer klassisch gehen, wobei für sie dieses Rennen bereits den WM-Abschluss darstellt.