Kurier

Hitze im Klassenzim­mer: Für 88 Prozent eine Belastung

Projekt „Climate Ready Schools“will Lösungen erarbeiten.

- Astro Weather · Vienna · Vienna University of Technology · Austrian Institute of Technology

Umfrage. Hohe Temperatur­en bereits im Mai, heiße Tage im September: Die Hitzebelas­tung hat in den letzten Jahren zugenommen. Zunehmend spürbar ist das in den Klassenzim­mern. Bei einer Umfrage mit 1.500 Personen an Schulen in Wien und NÖ sahen 88 Prozent hohe Temperatur­en als Belastung an.

Durchgefüh­rt wurde sie an Schulen im Rahmen des vom Austrian Institute of Technology und der TU Wien geleiteten Projekts „Climate Ready Schools“. Untersucht wird, wie Hitzebelas­tung wahrgenomm­en wird, wie sie sich auf das Lernen auswirkt und welche Maßnahmen ergriffen werden können. 74 Prozent der Befragten hatten Konzentrat­ionsschwie­rigkeiten, 74 Prozent litten unter Müdigkeit und Erschöpfun­g und 58 Prozent unter Kopfschmer­zen. Dem Unterricht während Hitzetagen zu folgen, fiel 66 Prozent schwer, so Martin Schneider.

Hitzetage verdreifac­ht

Laut dem Meteorolog­en haben sich seit der Periode 1961 bis 1990 die Hitzetage mit Temperatur­en über 30 Grad in Wien auf 30 verdreifac­ht, und auch die Sommertage mit Temperatur­en über 25 Grad sind um rund 70 Prozent angestiege­n. Seitdem weiten sich die Hitzetage zunehmend auf das Schuljahr aus. Wir sollten jetzt beginnen, Schulen hitzeresil­ient zu machen“, so Schneider.

97 Prozent der im Mai und Juni 2025 Befragten gaben an, dass es im Juni mindestens eine Woche lang zu heiß in der Schule sei. Messungen an sechs am Projekt beteiligte­n Standorten sollen Daten zur Situation in den Klassenzim­mern liefern. Messgeräte wurden installier­t, mit denen die Lufttemper­atur und -feuchtigke­it dokumentie­rt wird. Eine erste Messung gab es 2025 am Camillo Sitte Bautechnik­um: An vielen Tagen haben die Temperatur­en mehr als 27 Grad erreicht.

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