Hitze als Gefahr für alle: Das ist längst Realität
Mit den Temperaturen steigen die Risiken – drinnen wie draußen: Das zeigen nicht nur Unfallzahlen. Maßnahmen braucht es jetzt.
Vor 20 Jahren spielte Hitze kaum eine Rolle. Heiße Tage traten vorwiegend ohnehin nur im (schulfreien) Sommer auf. Mit der Klimaerwärmung gibt es heiße Tage aber jetzt auch vermehrt im Mai, Juni und September. Doch Hitze hat starke Auswirkungen auf uns: Unsere Konzentration sinkt, unsere Reaktionsfähigkeit verlangsamt sich, dafür steigen Aggressivität und Risikobereitschaft, zusätzlich drohen körperliche bzw. gesundheitliche Risiken bis hin zum Hitzschlag.
Besonders gefährdet sind zwar Kinder und ältere Menschen bzw. jene mit Vorerkrankungen – generell kann es jedoch jeden treffen.
Freizeitunfälle steigen mit der Temperatur
Selbst Sportler: Im Vorjahr verletzten sich allein im Sommer 70.000 Österreicher in der Freizeit so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten – rund 44% davon bei sportlichen Aktivitäten. Allen voran beim Fußball (8700 Verletzte), beim Wandern und Klettern (5300), beim Tischtennis/Tennis (2200) und beim Mountainbiken (2000), weiß Direktor Christian Schimanofsky vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV).
„Selbst in den Bergen kann es trotz kühlerer Luft und ausreichenden Trinkens zur Überhitzung kommen“, warnt Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus: „Die Körperkerntemperatur kann bei intensiver körperlicher Belastung auf über 41 Grad steigen – ein lebensgefährlicher Zustand.“
Schulen brauchen einen Maßnahmen-Mix
Hitze quält unsere Sprösslinge auch beim Lernen: Dabei sind „überhitzte Klassenzimmer auf keinen Fall geeignet, um große Leistungen zu erbringen“, sagt Daniela Haluza vom Zentrum für Public Health der Med-Uni Wien. Dass hier dringend Maßnahmen – auch bauliche – anstehen, zeigt etwa das „Citizen Science“-Projekt „Climate Ready Schools“: Bei Messungen in fünf Schulen in Wien und Niederösterreich fiel der überwiegende Anteil der Unterrichtszeit im Juni 2025 in die Kategorie „nicht behaglich“: „An zahlreichen Tagen lag da die Innenraum-Temperatur jenseits der 27 Grad“, so Martin Schneider vom „Austrian Institute of Technology“(AII).
Der Großteil der Schüler und Lehrer (88 Prozent von insgesamt 1546 Befragten) empfindet die Hitze als Belastung, 90 Prozent wollen, dass etwas unternommen wird. Und wie alle Experten hervorheben: Ein Handeln ist jetzt nötig, nicht erst irgendwann.