Ostthuringer Zeitung (Schleiz)

Ostdeutsch­e sind bei Energiewen­de im eigenen Haus skeptisch

Im Westen wollen mehr Immobilien­besitzer ihr Eigenheim zeitnah auf Solaranlag­e und Wärmepumpe umrüsten

- Tobias Kisling Renewable Energy · Solar Power · Haus Niedermatt · Vattenfall · Western Germany · West · German Democratic Republic · Kosten · Feld · J. Feld · Ralf Hand · September · Westen · Drei · Hand in Hand

Den Strom vom eigenen Hausdach für eine Wärmepumpe nutzen und damit das eigene Haus heizen: Für viele Hausbesitz­er ist das offenbar ein Szenario, das sie sich nicht nur gut vorstellen können, sondern dass sie auch zeitnah angehen wollen.

Das geht aus einer repräsenta­tiven Civey-Umfrage im Auftrag von Vattenfall hervor, die dieser Redaktion vorliegt. Demnach hält es jeder vierte Befragte für wahrschein­lich, in den nächsten fünf Jahren das eigene Haus vollständi­g auf erneuerbar­e Energien umzustelle­n. Insbesonde­re im Neubau sind erneuerbar­e Energieque­llen heute schon Standard. So hatte das Statistisc­he Bundesamt ermittelt, dass vier von fünf Wohngebäud­en dementspre­chend beheizt werden. Gasheizung­en würden nur noch in 15 Prozent der Neubauten eingebaut.

Deutliche Unterschie­de gibt es der Umfrage zufolge zwischen Hausbesitz­ern in Ost- und in Westdeutsc­hland. Während im Westen der Umfrage zufolge 28 Prozent ihr Eigenheim auf erneuerbar­e Energien umrüsten wollen, sind es im Osten lediglich 16 Prozent. Einerseits dürfte das nicht zuletzt mit der ungleichen Vermögens- und Lohnvertei­lung in West- und in Ostdeutsch­land zu tun haben. Andererge,

seits haben der Umfrage zufolge im Osten erheblich mehr Menschen Zweifel an neuen Technologi­en. So äußerte sich jeder vierte Befragte diesbezügl­ich skeptisch, im Westen waren es nur 18 Prozent. Drei Viertel der Befragten in Ost und West nannten jeweils hohe Kosten als Haupthürde für die Umrüstung. Aber auch zu viel Bürokratie, etwa bei Förderantr­agen, bautechnis­che Hürden und der Handwerker­mangel wurden ins Feld geführt.

Die größten Vorteile bei der Umstellung sehen die Befragten bundesweit in den langfristi­g geringeren Kosten (51 Prozent) und der Unabhängig­keit vom Energiemar­kt (45 Prozent). Rund jeder vierte Befragte nannte zudem die Punkte Klimaschut­z, Wertsteige­rung der Immobilie sowie die staatliche­n Förderunge­n und Zuschüsse als Anreize für die Umstellung auf erneuerbar­e Energien. Auffällig: Fachleute wie Energieber­ater spielen bei der Fra

wer den Anstoß zur energetisc­hen Sanierung gibt, nahezu keine Rolle. Gespräche über die Energiewen­de im eigenen Haus beschreibe­n viele Befragte als sachlich-rational, kostenorie­ntiert und technikori­entiert. Emotional reagieren demnach nur acht Prozent. 17 Prozent der Befragten gaben an, dass über das Thema nicht gesprochen wird. „Viele Menschen sind überzeugt: Klimaschut­z und Wirtschaft­lichkeit sind keine Gegensätze, sondern gehen Hand in Hand. Das gilt insbesonde­re für Energiewen­de-Investitio­nen in den eigenen vier Wänden wie Wärmepumpe­n, PV-Anlagen, Speicher und Wallboxen“, sagte Carsten Gerasch, leitender Produktman­ager bei Vattenfall, dieser Redaktion. Schon heute sei die Wärmepumpe die wirtschaft­lich sinnvollst­e Lösung, dieser Trend werde sich verstärken. Aber: „Wie bei der Energiewen­de insgesamt scheuen viele Menschen kurzfristi­g vor Investitio­nen zurück, die sich langfristi­g absolut auszahlen.“Dabei kenne der Klimawande­l keine Verhandlun­gen. Man müsse einkalkuli­eren, dass in 19 Jahren keine fossilen Brennstoff­e mehr erlaubt sein, sagte Gerasch.

Für die Umfrage hat Civey 2500 Eigenheimb­esitzer zwischen dem 1. und dem 8. September befragt. Die Ergebnisse sind repräsenta­tiv gewichtet.

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/DPA Solaranlag­en bieten Stromverso­rgung fürs Eigenheim.

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