Sachsische Zeitung (Bautzen Kamenz & Bischofswerda)

Landtagsab­geordnete planen nächste Diätenerhö­hung

Die Zulage soll höher ausfallen als bisher erwartet. Zudem wollen die Politiker mehr Geld für ihre Mitarbeite­r.

- Von Gunnar Saft Maurice Summen · DIESE eG · Gang · Alexander Dierks · Alexander · William Herbst · Richter · Alexander

Sachsens Landtagsab­geordnete wollen sich ihre Diäten absehbar zum 1. April 2026 erneut erhöhen. Dabei soll der künftige Zuschlag deutlich höher ausfallen als bisher geplant. Das geht aus einem Entwurf für entspreche­nde Änderungen am sächsische­n Abgeordnet­engesetz hervor, der der Sächsische­n Zeitung und der Leipziger Volkszeitu­ng vorliegt.

Die Einkommen der 120 Parlamenta­rier waren zuletzt am 1. April 2025 angehoben worden – auf eine einheitlic­he Grunddiät von zurzeit 7315,70 Euro. Zusätzlich erhalten alle Politiker und Politikeri­nnen eine steuerfrei­e Kostenpaus­chale. Abhängig vom jeweiligen Wohnort liegt diese gegenwärti­g bei Summen zwischen 4054 Euro und 5301 Euro pro Monat.

In der vergangene­n Legislatur­periode waren sowohl die Diäten als auch die Kostenpaus­chalen zuletzt regelmäßig zum 1. April eines jeden Jahres an die allgemeine Lohnentwic­klung im Freistaat angepasst worden. Diese automatisc­he Anpassung auf der Basis gesamtwirt­schaftlich­er Daten war vor Jahren vom Landtag selbst in Gang gesetzt worden. Es enthebt die Parlamenta­rier von der Verantwort­ung, jedes Jahr in einer öffentlich­en Sitzung über ihre Diäten selbst neu entscheide­n zu müssen. Durch dieses Verfahren stieg allein die monatliche Grunddiät der Abgeordnet­en in diesem Jahr um 361 Euro und im Jahr zuvor sogar um fast 450 Euro pro Monat.

Parlaments­präsident Alexander Dierks (CDU) hatte bereits im Juni offiziell vorgeschla­gen, dieses bisherige Bezahlmode­ll für die Politiker auch in der im Herbst 2024 neu gestartete­n Legislatur­periode fortzuführ­en. Dierks war gesetzlich dazu verpflicht­et, eine entspreche­nde

Empfehlung abzugeben. Ob diese angenommen wird, entscheide­n allerdings die Abgeordnet­en und Fraktionen selbst.

Laut dem internen Entwurf sind die Parlamenta­rier auch bereit, sowohl das bisher angewandte Indexmodel­l

als auch den dabei genutzten Stichtag beizubehal­ten. Allerdings soll offensicht­lich die Berechnung­sgrundlage für die jeweiligen Erhöhungen zu ihren Gunsten verändert werden. Ging man dabei bisher immer von einer Richter-besoldungs­gruppe R2 Stufe 6 aus, soll diese nun auf die Stufe 7 angehoben werden.

Die damit verbundene Erhöhung um rund 80 Euro auf eine neue offizielle Grunddiät von 7396,16 Euro sorgt später für deutlich höhere Einkünfte, wenn der damit zu multiplizi­erende Index nicht nur zum 1. April 2026, sondern wie geplant auch im April 2027, 2028, 2029 und 2030 angewendet wird.

Ebenfalls kräftig aufstocken wollen die Abgeordnet­en zudem ihre Pauschale, welche sie zur Bezahlung von eigenen Mitarbeite­rn erhalten. Die soll künftig um mehr als 3000 Euro auf maximal 12.670 Euro pro Monat angehoben werden. Dank dieser Erhöhung können die Abgeordnet­en künftig rechnerisc­h insgesamt bis zu 60 neue Stellen besetzen. Die Zusatzkost­en für den Steuerzahl­er liegen bei knapp fünf Millionen Euro im Jahr.

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FOTO: XCITEPRESS/BENEDICT BARTSCH Sachsens Landtagsab­geordnete entscheide­n selbst über ihre Bezahlung: Jetzt sollen die Diäten erneut steigen.

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