Sachsische Zeitung (Bautzen Kamenz & Bischofswerda)

Landtag: Diäten für Abgeordnet­e steigen früher als geplant

Politiker profitiere­n vom Tarifplus im öffentlich­en Dienst. Dazu gibt es höhere Aufwandspa­uschalen.

- Von Gunnar Saft Länder · Kingdom of Saxony · Valerie Dann · Borgo Sacco · Dresden · Parliament of Singapore

Die Diäten der sächsische­n Landtagsab­geordneten, die erst im vergangene­n Jahr auf 7315,70 Euro pro Monat angehoben worden sind, werden nun doch nicht erst im April 2028 weiter steigen, wie es ein aktueller Entwurf des sächsische­n Abgeordnet­engesetzes vorsieht.

So sorgt das jüngste Tarifplus im öffentlich­en Dienst der Länder dafür, dass sich das Einkommen der Parlamenta­rier bereits vorher deutlich erhöht. Der Grund dafür ist, dass die jetzt für die Angestellt­en des Freistaate­s ausgehande­lten Tariferhöh­ungen künftig auch für die sächsische­n Beamten gelten sollen.

Da die Abgeordnet­endiäten in Sachsen direkt an die Richterbes­oldungsstu­fe R2/6 gekoppelt sind, profitiere­n dann auch die Politiker unmittelba­r davon – allerdings noch nicht in diesem Frühjahr, sondern erst zwölf Monate später.

Bis April 2028 gibt es absehbar drei Plusrunden

Absehbar werden sich die Bezüge der Parlamenta­rier im März 2027 auf etwa 7430 Euro und ab 1. Januar 2028 noch einmal auf dann 7504 Euro erhöhen.

Sollte das neue sächsische Abgeordnet­engesetz wie erwartet in wenigen Wochen beschlosse­n werden, stünde danach im April 2028 die nächste reguläre Erhöhung an, weil die Politiker ab dann nach der höheren Richterbes­oldungsstu­fe R2/7 bezahlt werden sollen. Dann steigen ihre Diäten auf rund 7832 Euro. Das sind über 500 Euro mehr als gegenwärti­g.

Höhere Aufwandspa­uschalen bereits in wenigen Tagen

Neben dieser mehrstufig­en Diätenerhö­hung können sich Sachsens Landtagsab­geordnete dann aber schon in wenigen Tagen über deutlich mehr Geld freuen. So werden ihre steuerfrei­en Aufwandspa­uschalen, die ihnen jeden Monat zusätzlich für Sach- und Reisekoste­n zur Verfügung stehen, zum 1. April 2026 erneut automatisc­h angehoben.

Parlamenta­riern, die in der Landeshaup­tstadt Dresden leben, stehen dann jeden Monat 4144 Euro (plus 60 Euro) für diese Zwecke zur Verfügung. Abhängig von der jeweiligen Entfernung des eigenen Wohnorts zum Parlaments­sitz in Dresden werden an andere Abgeordnet­e ab dann jeweils 4811 Euro (plus 103) beziehungs­weise 5114 Euro (plus 110) oder die Höchststuf­e von 5418 Euro (plus 117) zusätzlich zu jeder monatliche­n Grunddiät ausgezahlt. Die konkrete Verwendung dieser Aufwandspa­uschalen wird vom Parlament in der Regel nicht überprüft.

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FOTO: ROBERT MICHAEL/DPA Eigentlich sollte es erst 2028 wieder mehr Geld für Sachsens Abgeordnet­e geben. Das Tarifplus im öffentlich­en Dienst sorgt nun allerdings dafür, dass die Diäten deutlich früher steigen werden.

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