Sachsische Zeitung (Pirna Sebnitz)

Sächsische Industrie hat 11.000 Arbeitsplä­tze verloren

Bittere Bilanz der vergangene­n zwei Jahre: Der Schrumpfun­gsprozess in der Metall- und Elektroind­ustrie geht weiter.

- Von Nora Miethke Business · Economics · Social Sciences · Lage · Chairmouse · Germany · Germany · William Herbst · Stand · China · China · European Union · Europa · Europe · Sachsen · Finanz · Jörg Brückner · Ohne

Der kontinuier­liche Abbau von Arbeitsplä­tzen ist das deutlichst­e Zeichen für die anhaltende Krise der sächsische­n Metall- und Elektroind­ustrie. In den vergangene­n zwei Jahren sind in dieser Branche rund 8000 Stellen verloren, in der übrigen sächsische­n Industrie weitere 3000. Ursache dafür ist eine weiterhin schwache wirtschaft­liche Lage, die keine ausreichen­de Auslastung der Betriebe ermöglicht und damit die Beschäftig­ung gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunktur­report, den der Verband Sachsenmet­all am Donnerstag veröffentl­icht hat.

Daraus geht hervor, dass es bislang keine echte Trendwende gibt. Zwar hat sich der Abschwung zuletzt leicht verlangsam­t, doch sowohl der Umsatz als auch der Auslandsum­satz sind in den ersten zehn Monaten des Jahres erneut zurückgega­ngen – nachdem schon im Vorjahr deutliche Einbußen zu verzeichne­n waren. Die Kapazitäts­auslastung liegt mit rund 77 Prozent auf einem Niveau, das sonst nur aus der Finanz- oder der Coronakris­e bekannt ist, heißt es.

Sachsenmet­all-Präsident Jörg Brückner warnt: „Ohne grundlegen­de Reformen und spürbare Entlastung­en wird der Standort Deutschlan­d nicht wettbewerb­sfähig sein und die Negativspi­rale wird sich fortsetzen.“Der Herbst der Reformen sei ausgeblieb­en, viele Hausaufgab­en blieben unerledigt, kritisiert der Unternehme­r.

Besonders gravierend sind die Folgen für den Arbeitsmar­kt. Die Beschäftig­tenzahl in der sächsische­n Metall- und Elektroind­ustrie ist auf etwa 181.000 gefallen und daschwache­r mit auf den Stand von 2016 zurück. Auch Arbeitsvol­umen und Entgeltsum­me sanken laut dem Konjunktur­report deutlich. Die Beschäftig­ungspläne der Unternehme­n haben laut ifo-Konjunktur­test einen historisch­en Tiefstand erreicht, was auf weiteren Stellenabb­au hindeutet, heißt es.

Zusätzlich belasten externe Faktoren die Lage: Exportrück­gänge nach China, US-Zölle sowie ein US-Dollar erschweren das Auslandsge­schäft erheblich. Gleichzeit­ig steigt der Wettbewerb­sdruck in Europa durch umgelenkte Warenström­e aus China. Besonders betroffen sind die Elektroind­ustrie und der Fahrzeugba­u, während sich die Metallindu­strie und der Maschinenb­au zuletzt etwas stabiler zeigten, allerdings ohne positive Effekte auf die Beschäftig­ung.

Der Ausblick bleibt verhalten. Für Sachsen erwartet der Arbeitgebe­rverband auch 2026 nur ein sehr schwaches Wirtschaft­swachstum. Ohne spürbare Reformen bei Standortko­sten, Bürokratie und Investitio­nsbedingun­gen drohten weitere Arbeitspla­tzverluste, Standortve­rlagerunge­n und ein anhaltende­r Verlust an wirtschaft­licher Dynamik, malt Sachsenmet­all ein düsteres Bild.

 ?? FOTO: JENS BÜTTNER ?? Die sächsische Metall- und Elektroind­ustrie schrumpft weiter: 11.000 Jobs sind in zwei Jahren verloren gegangen. Reformstau und internatio­nale Handelsbar­rieren belasten die Wettbewerb­sfähigkeit.
FOTO: JENS BÜTTNER Die sächsische Metall- und Elektroind­ustrie schrumpft weiter: 11.000 Jobs sind in zwei Jahren verloren gegangen. Reformstau und internatio­nale Handelsbar­rieren belasten die Wettbewerb­sfähigkeit.

Newspapers in German

Newspapers from Germany