Sachsische Zeitung (Pirna Sebnitz)
Sächsische Industrie hat 11.000 Arbeitsplätze verloren
Bittere Bilanz der vergangenen zwei Jahre: Der Schrumpfungsprozess in der Metall- und Elektroindustrie geht weiter.
Der kontinuierliche Abbau von Arbeitsplätzen ist das deutlichste Zeichen für die anhaltende Krise der sächsischen Metall- und Elektroindustrie. In den vergangenen zwei Jahren sind in dieser Branche rund 8000 Stellen verloren, in der übrigen sächsischen Industrie weitere 3000. Ursache dafür ist eine weiterhin schwache wirtschaftliche Lage, die keine ausreichende Auslastung der Betriebe ermöglicht und damit die Beschäftigung gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunkturreport, den der Verband Sachsenmetall am Donnerstag veröffentlicht hat.
Daraus geht hervor, dass es bislang keine echte Trendwende gibt. Zwar hat sich der Abschwung zuletzt leicht verlangsamt, doch sowohl der Umsatz als auch der Auslandsumsatz sind in den ersten zehn Monaten des Jahres erneut zurückgegangen – nachdem schon im Vorjahr deutliche Einbußen zu verzeichnen waren. Die Kapazitätsauslastung liegt mit rund 77 Prozent auf einem Niveau, das sonst nur aus der Finanz- oder der Coronakrise bekannt ist, heißt es.
Sachsenmetall-Präsident Jörg Brückner warnt: „Ohne grundlegende Reformen und spürbare Entlastungen wird der Standort Deutschland nicht wettbewerbsfähig sein und die Negativspirale wird sich fortsetzen.“Der Herbst der Reformen sei ausgeblieben, viele Hausaufgaben blieben unerledigt, kritisiert der Unternehmer.
Besonders gravierend sind die Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Beschäftigtenzahl in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie ist auf etwa 181.000 gefallen und daschwacher mit auf den Stand von 2016 zurück. Auch Arbeitsvolumen und Entgeltsumme sanken laut dem Konjunkturreport deutlich. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen haben laut ifo-Konjunkturtest einen historischen Tiefstand erreicht, was auf weiteren Stellenabbau hindeutet, heißt es.
Zusätzlich belasten externe Faktoren die Lage: Exportrückgänge nach China, US-Zölle sowie ein US-Dollar erschweren das Auslandsgeschäft erheblich. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck in Europa durch umgelenkte Warenströme aus China. Besonders betroffen sind die Elektroindustrie und der Fahrzeugbau, während sich die Metallindustrie und der Maschinenbau zuletzt etwas stabiler zeigten, allerdings ohne positive Effekte auf die Beschäftigung.
Der Ausblick bleibt verhalten. Für Sachsen erwartet der Arbeitgeberverband auch 2026 nur ein sehr schwaches Wirtschaftswachstum. Ohne spürbare Reformen bei Standortkosten, Bürokratie und Investitionsbedingungen drohten weitere Arbeitsplatzverluste, Standortverlagerungen und ein anhaltender Verlust an wirtschaftlicher Dynamik, malt Sachsenmetall ein düsteres Bild.