Sachsische Zeitung (Pirna Sebnitz)
Heino solidarisiert sich mit geschasstem Feuerwehrmann
Der Volkslieder- und Schlagersänger hält die Sanktionen nach dem Hymnen-Eklat in Torgau für übertrieben.
Dresden/Kitzbühel. Deutschlands bekanntester Volkslieder- und Schlagersänger Heino hat den Deutschen Feuerwehrverband (DFV) aufgefordert, dem nach dem Abspielen der ersten Strophe der Deutschland-Hymne von allen ehrenamtlichen Funktionen entbundenen Feuerwehrmann und Hauptwettkampfrichter Richard Münder aus Bad Belzig „eine zweite Chance zu geben“. Die Sanktionen gegen den Mann, der sich seit Jahren ehrenamtlich engagiere, halte er für übertrieben. „Der Verband muss sich selbstkritisch hinterfragen, ob er professionell genug war beim Thema Musik“, sagte Heino am Freitag in einem Gespräch mit Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung.
Der im österreichischen Kitzbühel lebende Sänger betonte, dass er die erste Strophe der Nationalhymne noch nie öffentlich gesungen habe. Hintergrund des von Münder von YouTube heruntergeladenen Stücks, auf dem Heino alle drei Strophen singt, sei, dass es sich um ein Auftragswerk des früheren badenwürttembergischen CDU-Ministerpräsidenten Hans Filbinger aus den 1970er-Jahren gehandelt habe. „Das war für rein schulische Zwecke gedacht. Es gab davon nur relativ wenige Platten“, sagte Heino. Bundespräsident Walter Scheel (FDP) habe dafür sogar seine Zustimmung erteilen müssen.
Irgendwann sei die Aufnahme dann auf YouTube gelandet. Sein Management habe das Stück mehrfach auf der Plattform löschen lassen, aber man kriege das da nicht raus. „Irgendeiner lädt das dann immer wieder hoch.“
Dass Feuerwehrmann Münder das Stück so kurz vor der Eröffnung der Deutschen Feuerwehrmeisterschaften auf einen Stick herunterder geladen habe, könne man ihm nicht wirklich vorwerfen. Mit der Geschichte und den Hintergründen der Nationalhymne würden sich die wenigsten auskennen. „Der Mann hat unbedingt eine zweite Chance verdient. Einen Hymnen-Skandal kann ich da nicht entdecken.“
Münder hatte bei der offiziellen Eröffnung der Meisterschaften in vorigen Woche beim zuständigen DJ die erste Strophe der Hymne, von Heino gesungen, abspielen lassen. Der DFV entband ihn daraufhin dauerhaft von allen Ehrenämtern. Er darf auch keine Verbandsuniform mehr tragen. Heino-Manager Helmut Werner prüft nun, ob der Sänger am Wohnort von Münder im brandenburgischen Bad Belzig ein Zusatzkonzert geben kann.
Heino startet Ende August seine „Made in Germany“-Tournee. Der Sänger präsentiert dabei nach Management-Angaben erstmals die deutsche Nationalhymne auf der Bühne – „ein bewegender Moment, der garantiert für Gänsehaut sorgen wird“. Selbstverständlich singe Heino dabei nur die dritte Strophe, betont sein Manager auf Nachfrage. In Sachsen wird er in Aue, Coswig, Dippoldiswalde, Freiberg, Grimma, Hoyerswerda, LimbachOberfrohna, Löbau und Zwickau auftreten.