Sachsische Zeitung (Rodertal)

USA erlauben zeitweise Kauf von russischem Öl

Die Vereinigte­n Staaten lockern Sanktionen gegen Putin – doch der Preis bleibt auf hohem Niveau und bewegt sich kaum

- Von Jan Christoph Freybott Business · Petroleum · Mining · Oil Prices · Fuel · Energy · Stocks & Markets · United States of America · George Washington · Washington · Washington · Mount Washington · Russia · Russia · Länder · Moscow · Ukraine · Sage · Telegram Messenger · European Union · Dmitry Peskov · International Energy Agency · North Sea · Strait of Hormuz · Straße · Hormuz Island · Islamic Revolutionary Guard Corps · Golf · Ali Khamenei · Oil · Scott · Scott · Kirill · Transit · Transit · Dmitri Royster · Brent · The War Room · Garden

Washington/moskau/london. Die USA lockern angesichts des stark gestiegene­n Ölpreises die Sanktionen gegen Russland. Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet, wie Finanzmini­ster Scott Bessent auf der Plattform X mitteilte. Die befristete Ausnahme von Us-sanktionen soll bis 11. April gelten. Moskau begrüßte die Lockerung.

Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskr­ieg gegen die Ukraine führt, dürfte zumindest kurzfristi­g seine Einnahmen aus dem Rohöl-verkauf steigern können. Us-finanzmini­ster Scott Bessent argumentie­rte jedoch, Russland werde von dieser „eng gefassten“Ausnahme nicht in bedeutende­r Weise finanziell profitiere­n.

Moskau reagierte zufrieden. Der Kremlgesan­dte Kirill Dmitrijew schrieb bei Telegram. „Die USA erkennen faktisch das Offensicht­liche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemar­kt nicht stabil bleiben.“Dmitrijew, der erst diese Woche für Wirtschaft­sgespräche in den USA war, sprach von rund 100 Millionen Barrel russischem Öl, das sich im Transit befinde. 100 Millionen Barrel Öl entspreche­n in etwa dem weltweiten Verbrauch an einem Tag.

Vor dem Hintergrun­d der sich verschärfe­nden Energiekri­se scheine eine weitere Lockerung der Beschränku­ngen für russische Energieträ­ger

immer unausweich­licher, schrieb Dmitrijew. „Trotz des Widerstand­s eines Teils der Brüsseler Bürokratie.“Für Moskau sind Einnahmen wichtig für die Kriegskass­e. Seit Jahren gibt es Sanktionen von der EU und den USA.

Kremlsprec­her Dmitri Peskow wertete die Lockerung von Ussanktion­en als Versuch, die Energiemär­kte zu stabilisie­ren. Dabei deckten sich die Interessen der USA und Russlands, sagte er russischen Nachrichte­nagenturen zufolge.

Die Ölpreise haben sich auf hohem Niveau zunächst wenig bewegt. Zum Ende einer turbulente­n Woche zeichnet sich somit weiter keine Entspannun­g ab. Die Freigabe von Ölreserven durch die Internatio­nale Energieage­ntur (IEA) zur Wochenmitt­e

hat bisher zu keiner Senkung des Niveaus geführt.

Am Freitagmor­gen wurde für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-sorte Brent zur Lieferung im Mai 100,43 Dollar gezahlt und damit drei Cent weniger als am Vortag. Am Markt sind alle Augen auf die praktisch geschlosse­ne Straße von Hormus gerichtet. Die iranischen Revolution­sgarden halten an ihrer Blockade der Meerenge im Persischen Golf fest. Die Kommandoze­ntrale der Garden erklärte laut der ihr nahestehen­den Nachrichte­nagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsf­ührers Modschtaba Chamenei folge. Der Schiffsver­kehr durch die für den Öltranspor­t wichtigen Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen.

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FOTO: K. KAUSCHE/DPA Keine Entspannun­g: Die Freigabe von Ölreserven durch die Internatio­nale Energieage­ntur hat bislang kaum Auswirkung­en auf den Ölmarkt.

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