Sachsische Zeitung (Riesa & Grossenhain)

EU will Dominanz von Us-cloudspeic­hern beenden

Daten von Bürgern und Unternehme­n in Europa sind zum Großteil in der Hand von Us-unternehme­n – das soll sich ändern

- Von Sven Christian Schulz Business · Brexit · Tech · European Politics · Data Storage · Cloud Computing · Technology Industry · Information Privacy · British Politics · Politics · Internet · Databases · Computers · Society · European Union · Europe · Europa · United States of America · Amazon · Microsoft · Google · Central Intelligence Agency · Brussels · Germany · Germany · Landschaftsverband Rheinland · Bremen · Hamburg · Berlin · Berlin · Berlin · William Herbst · The German government · Mario Draghi · Mario · Chance · Tempo · Central Security Service · Herbst, Indiana

Die Eu-kommission plant ein neues Gesetz, um die Dominanz Us-amerikanis­cher Technologi­ekonzerne im Bereich der Datenspeic­herung in Europa einzudämme­n. Denn ob private Fotos, Kundendate­n von Onlineshop­s, sensible Industried­aten oder die Daten der Bürgerinne­n und Bürger bei Behörden: Europa ist in vielen Fällen von den Cloudspeic­hern aus den USA abhängig.

Amazon, Microsoft, Google und weitere Us-firmen beherrsche­n rund 75 Prozent des europäisch­en Marktes, während europäisch­e Anbieter in den letzten drei Jahren immer stärker zurückgedr­ängt wurden. Nun will die EU die digitale

Souveränit­ät Europas stärken und die Kontrolle über sensible Daten zurückgewi­nnen.

Us-technologi­ekonzerne dominieren nicht nur den europäisch­en Markt, sondern unterliege­n auch den Bestimmung­en des Us-amerikanis­chen Rechts. Dieses erlaubt es Behörden wie den Us-auslandsge­heimdienst­en CIA und NSA, Daten von amerikanis­chen Unternehme­n weltweit abzurufen – auch wenn die Daten in Europa gespeicher­t sind.

Viele Unternehme­n und Behörden haben sich bereits auf einen der großen Us-konzerne festgelegt. In Brüssel nutzen nach Rnd-informatio­nen mehrere Generaldir­ektionen der Eu-kommission Cloudspeic­her von Amazon.

In Deutschlan­d wollen die sechs

Bundesländ­er Niedersach­sen, Nordrhein-westfalen, Bremen, Hamburg und Saarland auf die Cloud-angebote von Microsoft setzen, ebenso die Verwaltung des Bundes. Die Ampelregie­rung in Berlin hatte sich im Herbst für die Sap-tochter Delos Cloud als Speicheran­bieter einer zukünftige­n „Bundes-cloud“entschiede­n. Bis 2025 laufe ein „operativer Testbetrie­b“, teilte die Bundesregi­erung mit. Dass dieses Delos-system auf der Microsoft-cloud basiert, sorgt jedoch bei Fachleuten für scharfe Kritik.

Die Eu-kommission will nun mit einer umfassende­n Gesetzesin­itiative gegensteue­rn. Henna Virkkunen, die neue Kommissari­n für digitale Technologi­en, soll ein Eu-weites

Gesetz für Cloud-dienste und Künstliche Intelligen­z (KI) entwickeln, das die Kontrolle über Sicherheit, Datenversc­hlüsselung und Speicheror­te innerhalb der EU sicherstel­lt. Das Gesetz hatte der frühere italienisc­he Premiermin­ister Mario Draghi in einem Bericht für die künftige Wettbewerb­sfähigkeit der EU vorgeschla­gen.

Die Cloud-richtlinie soll unter anderem für die öffentlich­e Verwaltung gelten, so der Draghi-bericht. Außerdem soll es für europäisch­e Cloud-anbieter Anreize zur Zusammenar­beit geben, damit sie eine Chance auf dem Markt haben.

Die Eu-kommission will das neue Gesetz bis Ende 2025 vorlegen. Doch im Eu-parlament dringen Experten auf mehr Tempo.

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FOTO: KDDI DEUTSCHLAN­D GMBH/DPA Viele Daten: In einem Rechenzent­rum in Frankfurt stehen etliche Server.

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