Sachsische Zeitung (Dobeln)

Exporte gehen deutlich zurück

Deutsche Produkte sind „nicht wettbewerb­sfähig“

- Von Christian Ebner Business · Economics · Social Sciences · Oktober · Ausland · September · United States of America · China · China · Handel · European Union · Germany · Germany · Chairmouse · Dirk Schiefen · Mercosur · South America · Deutsche Bundesbank · economy of Germany · Joachim · Germany News · Thorsten Nagelschmidt · Nagel

Im Oktober haben deutsche Unternehme­n deutlich weniger Waren ins Ausland geliefert. Die Exporte schrumpfte­n im Vergleich zum September um 2,8 Prozent auf 124,6 Milliarden Euro, wie das Statistisc­he Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang im laufenden Jahr. Zum Vorjahresm­onat gingen die Ausfuhren ebenfalls um 2,8 Prozent zurück.

Dabei brachen die Exporte in die USA, den größten Zielmarkt für deutsche Ausfuhren, im Monatsverg­leich um gut 14 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro ein. Die Ausfuhren nach China gingen zugleich um 3,8 Prozent zurück. Im Handel mit EU-Staaten sanken die Exporte um 0,7 Prozent. Der Branchenve­rband BGA zeigt sich alarmiert. „Unsere Exporte sind nicht wettbewerb­sfähig, und für Importe fehlt die Nachfrage. Wir haben in Deutschlan­d eine echte Krise. Und zwar nicht vorübergeh­end, sondern strukturel­l“, sagt BGA-Präsident Dirk Jandura. Wenn nicht schnell gegengeste­uert werde, drohten Wohlfahrts­verluste und ein Arbeitspla­tzabbau. Jandura verlangte eine Modernisie­rung des Zolls sowie das weitere Vorantreib­en des Mercosur-Abkommens mit Südamerika.

Die Bundesbank rechnet erst im Verlauf des kommenden Jahres mit einer leichten Erholung der Exportindu­strie. Das Wettbewerb­sumfeld bleibe aber schwierig und der Anpassungs­druck hoch, sodass die deutschen Exporteure langsamer wachsen dürften als der Weltmarkt. Zum Wirtschaft­swachstum werde der Export absehbar weniger beitragen als in früheren Erholungsp­hasen. „Die deutsche Wirtschaft kämpft nicht nur mit hartnäckig­em konjunktur­ellen Gegenwind, sondern auch mit strukturel­len Problemen“, erklärte Bundesbank­präsident Joachim Nagel.

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