Sachsische Zeitung (Hoyerswerda)

Bund fehlen 172 Milliarden Euro

Finanzmini­ster legt Haushaltse­ntwurf vor – Die Zahlen sehen noch düsterer aus als befürchtet

- Von Tim Szent-ivanyi und Kristina Dunz Federal Administration in Germany · Hope · German Ministry of Finance · Lars Klingbeil · Lars · federal level of Germany · European Union · United States of America · Reform · Strom-Lichtspiele · Union · Union · Loch

Die Hoffnung liegt auf Wachstum und einer reformiert­en Schuldenbr­emse: Bundesfina­nzminister Lars Klingbeil (SPD) hat den Entwurf für den Haushalt des kommenden Jahres und die Finanzplan­ung bis 2029 vorgelegt, in denen noch größere Löcher klaffen, als bisher bekannt war. Das geht aus den Eckdaten des Bundesfina­nzminister­iums für die Etatplanun­g hervor.

Danach summieren sich die Löcher – vom Ministeriu­m als „Handlungsb­edarf“bezeichnet – in den drei Jahren von 2027 bis 2029 auf nunmehr 172 Milliarden Euro. Das ist gegenüber der bisherigen Finanzplan­ung, die erst wenige Wochen alt ist, ein Plus von fast 30 Milliarden Euro. Auch die Schuldenau­fnahme steigt: Sie beträgt im gesamten Zeitraum 708 Milliarden Euro – ein Plus von 4 Milliarden Euro. Der Hauptgrund für die größeren Fehlbeträg­e: Um die Zustimmung des Bundesrats zum Wachstumsp­aket zu bekommen, wurden Ländern und Kommunen weitreiche­nde finanziell­e Zugeständn­isse gemacht. So übernimmt der Bund die Steuerausf­älle der Kommunen ganz und bei den Ländern teilweise, was ihn bis 2029 rund 25,5 Milliarden Euro kostet.

Wie die Löcher gestopft werden sollen, ist unklar. Aus Regierungs­kreisen verlautete, dies sei die „zentrale finanzpoli­tische Herausford­erung“. Dafür sei in der gesamten Regierung ein „Kulturwand­el“nötig. Allerdings setzt Klingbeil offenbar weniger aufs Sparen, sondern hofft vielmehr auf ein Anspringen der Konjunktur. „Wir haben eine berechtigt­e Hoffnung, dass sich das Wachstumsu­mfeld spürbar verbessern könnte im Vergleich mit unserer Frühjahrsp­rojektion“, hieß es bei der Regierung auch mit Blick auf die Beilegung des Zollstreit­s zwischen der EU und den USA. Im Frühjahr hatte sie für 2025 noch mit einem sogenannte­n Nullwachst­um gerechnet und für die Folgejahre dann mit einem Anstieg der Wirtschaft­sleistung von jeweils einem Prozent.

Zum Stopfen von Haushaltsl­öchern nutzt mehr Wachstum aber nur bedingt: Zwar steigen dann in der Regel die Steuereinn­ahmen, und es sinken die Ausgaben für So

Berlin.

zialleistu­ngen. Gleichzeit­ig sorgt die sogenannte Konjunktur­komponente der Schuldenbr­emse umgehend dafür, dass der Verschuldu­ngsspielra­um bei einer gut laufenden Konjunktur wieder enger wird. Auch deshalb drängt die SPD zu einer Reform der Schuldenbr­emse, die mit der Union im Koalitions­vertrag bis Ende des Jahres vereinbart wurde. Auch der Etatentwur­f für 2026, der Ausgaben von 520,5 Milliarden Euro vorsieht, weist noch ein Loch von rund 8 Milliarden Euro auf. Dabei geht es allerdings

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Von Khang Mischke
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FOTO: THOMAS TRUTSCHEL/PICTURE ALLIANCE „Handlungsb­edarf“steigt: Finanzmini­ster Lars Klingbeil (SPD, l.) und Kanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskabi­nett. Von Khang Mischke Turnberry.

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