Sachsische Zeitung (Bautzen Kamenz & Bischofswerda)

Bsw-chefin Wagenknech­t will Brandmauer zur AFD einreißen

Beide Seiten zeigen sich offen für Gespräche auf Bundeseben­e – Chrupalla behauptet, es habe bereits Kontakte gegeben

- Von Jan Sternberg Political Extremism · Elections · Sahra Wagenknecht · Federal Administration in Germany · Tino Chrupalla · Germany · Germany · Alice Weidel · Earth · Thuringia · Fall · the Chairman · Frank · Björn Höcke · Björn Ahlgrensson · Björn · court proceeding · Ursula von der Leyen · Sachsen · German Bundestag · federal level of Germany · Princess Alice of Battenberg · Alice ADSL · Alice · von der Leyen · Frank Augsten · Firewall

Bsw-gründerin Sahra Wagenknech­t zeigt sich offen für Gespräche mit der Afd-parteispit­ze auch auf Bundeseben­e. Sie reagierte damit auf eine Aussage von Afdchef Tino Chrupalla. Er hatte behauptet, es gebe sogar schon Gespräche mit dem BSW: „Über das, was Deutschlan­d bewegt, und wie man Mehrheiten verändern kann.“Auf die Frage, ob er und die Co-vorsitzend­e Alice Weidel für Gespräche mit Wagenknech­t zur Verfügung stünden, sagte er dem Sender Welt-tv: „Ja, also immer.“

Wagenknech­t dementiert­e, dass es aktuell Gespräche gebe. „Das ist eine Phantomdis­kussion”, sagte die Ex-bundestags­abgeordnet­e dem

Redaktions­netzwerk Deutschlan­d (RND). „Aber wenn Sie mich fragen, ob ich auch mit Herrn Chrupalla reden würde, wenn es einen konkreten Anlass dafür gäbe, wie es in Thüringen bei dem Gespräch der Fraktionsv­orsitzende­n der Fall war: ja selbstvers­tändlich.“

In Thüringen hatte der Vorsitzend­e der Bsw-landtagsfr­aktion, Frank Augsten, am Mittwoch mit dem dortigen Afd-fraktionsc­hef Björn Höcke ein zweistündi­ges Gespräch geführt. Anlass war eine Blockade bei der Besetzung wichtiger Justiz-gremien in dem Bundesland. Besprochen wurde aber nach Darstellun­g beider Seiten auch die Landespoli­tik allgemein.

Der Afd-landesverb­and ist vom Landesverf­assungssch­utz als gesichert rechtsextr­emistisch eingestuft. Höcke ist in der AFD einer der Wortführer der äußersten Rechten. Das BSW regiert in Thüringen in einer Koalition mit CDU und SPD. Die Sozialdemo­kraten rieten von weiteren Treffen ab.

Im Eu-parlament unterstütz­ten Bsw-abgeordnet­e einen Misstrauen­santrag gegen Kommission­spräsident­in Ursula von der Leyen. Er ist von Ultrarecht­en eingebrach­t worden und wird auch von den Afdabgeord­neten befürworte­t.

Bsw-chefin Wagenknech­t hatte kürzlich die Beteiligun­g des BSW an „profillose­n Allparteie­nkoalition­en gegen die AFD” nach den Landtagswa­hlen in Sachsen-anhalt und Mecklenbur­g-vorpommern kommendes Jahr ausgeschlo­ssen. Stattdesse­n

warb sie für eine Zusammenar­beit der CDU mit der AFD. Die Brandmauer sei „dumm“und habe die AFD nur stärker gemacht. „Die AFD wird aktuell von mehr als jedem fünften Wähler gewählt. Ausgrenzun­g und Redeverbot­e sind undemokrat­isch und eine Ohrfeige für diese Wähler, die sie nur noch mehr an die AFD binden“, sagte sie jetzt. Eine Koalition des BSW mit der AFD bezeichnet­e Wagenknech­t indes als „Himmelfahr­tskommando“.

Das BSW ist seit der Wahl im Februar im Bundestag nicht mehr vertreten. In Wahlkämpfe­n versprach das BSW eine „konsequent­e Friedenspo­litik“und einen „Stopp der unkontroll­ierten Migration“– Themen, die auch die AFD besetzt.

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FOTO: BERND ELMENTHALE­R/AP Findet die Brandmauer „dumm“: Sahra Wagenknech­t, Bsw-parteivors­itzende.

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