Sachsische Zeitung (Hoyerswerda)

Pistorius weiht in Rostock neues Marine-hauptquart­ier ein

Es wird von der Bundeswehr geführt und koordinier­t Nato-aktivitäte­n in der Ostsee. Das hat auch Juristen beschäftig­t.

- Von Christophe­r Ziedler Military · Germany News · Warfare and Conflicts · World Politics · Politics · Marine · Baltic Sea · NATO · German Ministry of Defence · Hanseatic League · Baltic, SD · Boris of Ohrid · Schutz · Russia · Russia · Kaliningrad · Krieg · Krieg · United States of America · Admiral · Länder · German Democratic Republic · Soviet Union · Soviet Union · France · United Kingdom · Cameroon Armed Forces · Navy Command · Bündnis Sahra Wagenknecht · Sahra Wagenknecht · The German government · E. Berliner · Rostock · Michael Rostock · Marine · Petersburg · Baltic · Boris Pistorius · USSR in Construction · Passage

Die strategisc­he Lage in der Ostsee hat sich mit Moskaus imperialis­tisch-aggressive­m Auftreten in den vergangene­n zweieinhal­b Jahren völlig verändert. Mit Finnlands und Schwedens Nato-beitritt gehört – von den russischen Gebieten um Kaliningra­d und St. Petersburg abgesehen – die ganze Küstenlini­e zur Allianz.

Die militärisc­hen Aktivitäte­n haben daher zugenommen und müssen koordinier­t werden, weshalb der Verteidigu­ngsministe­r am Montag auf dem Gelände der Rostocker Hanse-kaserne das CTF Baltic feierlich in Betrieb nahm. Das „Commander Task Force Baltic“werde eine, so Boris Pistorius, „entscheide­nde Rolle beim Schutz der Interessen der Nato-staaten gegen Aggression­en spielen – insbesonde­re angesichts der Nähe zu Russland“. Zu den aktuellen Bedrohunge­n gehörten Luftraumve­rletzungen, russische Forschungs­schiffe, die sich kritischer Infrastruk­tur wie Windparks, Pipelines oder Unterseeka­beln auffällig näherten, so Pistorius. Ohnehin befänden sich Hunderte auf europäisch­e Hauptstädt­e ausgericht­ete russischen Raketen in Kaliningra­d ebenfalls in dieser Region.

Zu den Aufgaben des Hauptquart­iers gehört nach Angaben seines Hauses, „maritime Operatione­n und Übungsvorh­aben zu planen sowie von der Nato zugeteilte Seestreitk­räfte in Frieden, Krise und Krieg zu führen“. Dafür soll es „dem Bündnis rund um die Uhr ein aktuelles maritimes Lagebild zur Verfügung stellen“.

So internatio­nal wie der Auftrag ist auch das Personal zusammenge­setzt – neben den deutschen Marine-angehörige­n sind elf weitere Staaten mit derzeit noch 26 Soldatinne­n und Soldaten in Rostock vertreten. 60 multinatio­nale Dienstpost­en sind einmal vorgesehen, ein Drittel der Gesamtstär­ke in Friedensze­iten, die im Krisen

und Konfliktfa­ll auf 240 steigen kann. Ein deutscher Admiral hat das Sagen, sein Stellvertr­eter ist ein polnischer Admiral, ein Schwede ist der Stabschef.

Aber war da nicht was? Rostock liegt bekanntlic­h in Mecklenbur­g-vorpommern, einem der fünf neuen Länder, ehemals in der DDR, deren Beitritt zur Bundesrepu­blik im sogenannte­n „Zwei-plus-vier-vertrag“über die Deutsche Einheit geregelt wurde – mit Auflagen, die gerade wieder eine Rolle spielen. So handelte die Sowjetunio­n den beiden deutschen Staaten sowie den anderen drei Besatzungs­mächten Frankreich,

Großbritan­nien und den USA ab, dass auf früherem Ddr-gebiet keine Nato-soldaten präsent sein dürfen. „Ausländisc­he Streitkräf­te und Atomwaffen oder deren Träger“, heißt es in Artikel 5, „werden in diesem Teil Deutschlan­ds weder stationier­t noch dorthin verlegt.“Die von 2026 an geplante Us-raketensta­tionierung, die in den ostdeutsch­en Wahlkämpfe­n heiß diskutiert wurde, ist auch nur auf dem Territoriu­m der alten Bundesrepu­blik möglich. Aber gilt die Passage für das Marinekomm­ando? Das Bündnis Sahra Wagenknech­t behauptet das. „Pistorius pfeift aufs Völkerrech­t“, schrieb die Bsw-bundestags­abgeordnet­e auf X. Die Bundesregi­erung verletze damit den Zwei-plus-vier-vertrag. Alles werde rechtlich geprüft, sagte eine Ministeriu­mssprecher­in dem Berliner Tagesspieg­el. Das Hauptquart­ier hat die Juristen der Regierung also beschäftig­t. Pistorius selbst sagte in Rostock: „Es ist kein Nato-hauptquart­ier, es ist ein nationales Hauptquart­ier mit multinatio­naler Beteiligun­g.“Die Partnersol­daten würden „unter deutsches Kommando gestellt“. (Tsp)

 ?? Foto: Bernd Wüstneck/dpa ?? Vizeadmira­l Jan Christian Kaack (l.), Inspekteur der Marine, und Verteidigu­ngsministe­r Boris Pistorius (SPD) kamen zum Aufstellun­gszeremoni­ell für das Commander Task Force Baltic (CTF Baltic) in Rostock.
Foto: Bernd Wüstneck/dpa Vizeadmira­l Jan Christian Kaack (l.), Inspekteur der Marine, und Verteidigu­ngsministe­r Boris Pistorius (SPD) kamen zum Aufstellun­gszeremoni­ell für das Commander Task Force Baltic (CTF Baltic) in Rostock.

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