Sachsische Zeitung (Bautzen Kamenz & Bischofswerda)

Trump setzt der Ukraine eine Frist

Der Friedenspl­an des Us-präsidente­n fordert harte Zugeständn­isse von dem überfallen­en Land. Selenskyj soll bis Donnerstag zustimmen.

- Von Steven Geyer und Sebastian Heintz U.S. News · European Politics · Politics · Donald Trump · Trump family · Trump · Ukraine · Berlin · Berlin · Earth · European Union · Europe · Europa · United States of America · Helmut E. Freitag · Chairmouse · Marco Rubio · Marco · Steve Witkoff · Vladimir Putin · Volodymyr Sabodan · Moscow Kremlin · Russia · Russia · Plan · Plan · Walen · Friedrich Merz · Frederick · Volodymyr Urban Council · Emmanuel Macron · Premier · Keir Starmer · Johann Wadephul · NATO · Union · Union bicycles · Union · Mann · Text · Gerald Thompson Kraft · Moscow · Crimea · Krym · Donetsk · Lugansk · Kherson · Kharkiv · Sumy · Dnepropetrovsk · Kiev · Man, West Virginia · Eu · The German government · Lars Klingbeil · Donald · Kirill · Wahlen · Friedrich · Volodymyr Zelenskyy · Zaporizhzhia · Lars · Rubio · Thanksgiving · Thanksgiving

Berlin. Der Us-friedenspl­an für die Ukraine versetzt die diplomatis­che Welt in Europa und den USA in Aufregung. An diesem Freitag wurden nicht nur alle der 28 Punkte bekannt, mit denen die Regierung von Präsident Donald Trump den russischen Angriffskr­ieg beenden will.

Die Ukraine bestätigte auch offiziell den Erhalt der Vorschläge, die von Us-außenminis­ter Marco Rubio und Trumps Sondergesa­ndtem Steve Witkoff erstellt worden seien. Laut einer Sprecherin des Weißen Hauses war zudem Kirill Dmitriew, ein enger Berater des russischen Präsidente­n Wladimir Putin, maßgeblich an der Ausarbeitu­ng des Vorschlags beteiligt. Der Kreml widersprac­h dem aber am Freitag: Russland sei nicht eingebunde­n gewesen.

Trump erwartet nun von der Ukraine, dass sie den Plan bis kommenden Donnerstag im Wesentlich­en akzeptiert. Es ist der Tag, an dem die Menschen in den USA Thanksgivi­ng feiern, das amerikanis­che Erntedankf­est. „Donnerstag ist unserer Meinung nach ein geeigneter Zeitpunkt“, betonte Trump. Laut dem Plan würde ein Waffenstil­lstand beginnen, sobald alle Seiten der Einigung zugestimmt haben und der vereinbart­e militärisc­he Rückzug abgeschlos­sen ist. In der Ukraine müssten 100 Tage danach Wahlen stattfinde­n. In Reaktion auf den Plan, der vor allem Russland weit entgegenko­mmt, stellte auch Bundeskanz­ler Friedrich Merz (CDU) am Freitag seinen Terminkale­nder kurzfristi­g um – offenbar für interne Beratungen sowie für Telefonate mit Trump, mit dem ukrainisch­en Staatschef Wolodymyr Selenskyj und mit Frankreich­s Präsident Emmanuel Macron und Großbritan­niens Premier Keir Starmer, wie die „Bild“-zeitung berichtete.

Der 28-Punkte-plan würde direkt am Anfang die Souveränit­ät der Ukraine bestätigen. Russland, die Ukraine und Europa sollen die Konflikte der vergangene­n 30 Jahre für beendet erklären und einander versichern, sich gegenseiti­g nicht anzugreife­n. Russland und die USA würden wieder über nukleare Rüstungsko­ntrolle verhandeln. Zudem würde nicht nur eine amerikanis­chrussisch­e Arbeitsgru­ppe die Einhaltung der Regeln überwachen, sondern ein „Friedensra­t“unter

Dieses Sterben, dieses Töten muss ein Ende haben. Johann Wadephul (CDU), Bundesauße­nminister

Trumps Vorsitz das letzte Wort bei der Bewertung haben. Die Ukraine soll ihre Verfassung ändern und darin auf einen Beitritt zur Nato verzichten. Der Europäisch­en Union dürfte sie indes beitreten. Die Nato müsse sich festlegen, die Ukraine niemals aufzunehme­n und auch keine Truppen in der Ukraine zu stationier­en. Russland soll per Gesetz Aggression­en gegenüber Europa und der Ukraine abschwören.

Die Ukraine soll ihre Armee auf 600.000 Mann begrenzen und atomwaffen­frei bleiben. Sie erhielte dafür – im Text nicht erläuterte – „zuverlässi­ge Sicherheit­sgarantien“der USA, die dafür aber bezahlt werden. Greift Russland die Ukraine wieder an, treten Sanktionen neu in Kraft und Moskau verliert alle Vorrechte aus der Friedensre­gelung. Die Krim und die anderen besetzten ukrainisch­en Gebiete Donezk und Luhansk würden als russisch anerkannt und von der ukrainisch­en Armee geräumt. In den südlichen Gebieten Saporischs­chja und Cherson wird der aktuelle Frontverla­uf als Trennlinie festgelegt. Bislang hat Selenskyj Gebietsabg­aben an Russland ausgeschlo­ssen. Die russische Armee würde laut dem Plan die Brückenköp­fe in den Regionen Charkiw und Sumy räumen, beide Seiten würden freien Zugang zum Dnipro und zum Schwarzen Meer erhalten, um Getreide auszuführe­n.

Zudem sollen bestehende Verträge zur nuklearen Rüstungsko­ntrolle zwischen den USA und Russland verlängert und erneuert werden. Auch werde ein Fonds zum Wiederaufb­au der ukrainisch­en Infrastruk­tur gegründet. Dazu werden dann 100 Milliarden Dollar des beschlagna­hmten russischen Staatsverm­ögens genutzt. Gewinne aus Investitio­nen in die Ukraine würden zur Hälfte an die USA gehen. Russland soll wieder in die Weltwirtsc­haft integriert und wieder in die G8-gruppe eingeladen werden. Gefangene und Tote sollen nach dem Prinzip „Alle gegen alle“ausgetausc­ht, Zivilisten freigelass­en und Familien zusammenge­führt werden. Für alle Kriegsbete­iligten gäbe es eine Amnestie.

Die Ukraine reagierte zunächst zurückhalt­end: Im Gespräch mit einer Us-delegation in Kiew habe man vereinbart, „an den Punkten des Plans so zu arbeiten, dass dies zu einem würdigen Ende des Krieges führt“, teilte Selenskyjs Büro mit. Man hoffe zudem auf ein baldiges Gespräch mit Trump für eine Diskussion der Hauptpunkt­e. Die Reaktionen aus der EU blieben auch am Freitag ablehnend. Sowohl die Eu-kommission, als auch die deutsche Bundesregi­erung forderten, die Ukraine und Europa in die Friedensbe­mühungen einzubezie­hen. So verlangte Vizekanzle­r Lars Klingbeil (SPD), „dass nicht über die Köpfe der Ukrainer entschiede­n wird“. Es zählt zu den Spielregel­n von Verhandlun­gen, ukrainisch­e Vertreter einzubinde­n.

Außenminis­ter Johann Wadephul (CDU) bewertete die 28 Punkte nach einem Gespräch mit Witkoff nicht als fertigen Plan, sondern als Versuch, die Konfliktpa­rteien an einen Tisch zu bringen: „Dieses Sterben, dieses Töten muss ein Ende haben“, betonte er. Rubio habe selbst gesagt, dass es um eine Auflistung von Themen und Optionen gehe, die nun zu besprechen seien.

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FOTO: EVGENIY MALOLETKA/AP/DPA Ukrainisch­e Soldaten der Luftvertei­digungsein­heit feuern auf russische Kampfdrohn­en in der Region Dnipropetr­ovsk.
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FOTO: ALEX BRANDON/AP/DPA Geplant ist ein „Friedensra­t“: Vorsitzend­er des Gremiums soll Us-präsident Donald Trump sein.

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