Sachsische Zeitung (Hoyerswerda)

Europäer warnen Trump vor Alleingäng­en

Us-präsident Trump will Kremlchef Putin in Alaska treffen, um über eine mögliche Friedenslö­sung im Krieg gegen die Ukraine zu sprechen. Die Europäer wollen mitreden, bleiben aber außen vor.

- Von Luzia Geier U.S. News · European Politics · Politics · Donald Trump · Trump · Trump family · Donald · Donald Trump · Vladimir Putin · Vladimir · Germany · Germany · France · Italy · Italy · Poland · Polen · Poland · United Kingdom · Finland · Eu · Chairmouse · Volodymyr Zelenskyy · Volodymyr Sabodan · Volodymyr Urban Council · Russia · Russia · Ukraine · Kaja Kallas · Helmut E. Freitag · Allgemeine Bodencreditanstalt · Alaska · Kiev · Berlin · Berlin · Brussels · United States of America · Moscow · NATO · Street, Somerset · Times · Steve Witkoff · Krieg · Sage · Dmitry Medvedev · Nach · Plan · Plan · European Union · Europe · Europa · Emmanuel Macron · Friedrich Merz · Friedrich · Keir Starmer · Kaya · Alaska · Alaska · Novorossiya · York, SC · Vance

Vor dem geplanten Treffen von Us-präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin haben die ukrainisch­e Führung und ihre europäisch­en Verbündete­n die Grenzen ihrer Kompromiss­bereitscha­ft betont. Internatio­nale Grenzen dürften nicht gewaltsam verändert werden, hieß es in einer gemeinsame­n Erklärung von Deutschlan­d, Frankreich, Italien, Polen, Großbritan­nien, Finnland und der Eu-kommission. Der ukrainisch­e Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte Gebietsabt­retungen an Russland erneut ab und fordert vehement, in Verhandlun­gen über die Zukunft der Ukraine einbezogen zu werden.

Sinnvolle Verhandlun­gen seien nur „im Rahmen eines Waffenstil­lstands oder einer Verringeru­ng der Feindselig­keiten“möglich, bekräftigt­en die Europäer. Der derzeitige Frontverla­uf könne lediglich „Ausgangspu­nkt für Verhandlun­gen sein“. Außerdem brauche die Ukraine robuste und glaubwürdi­ge Sicherheit­sgarantien.

An diesem Montag treffen sich die Außenminis­ter der Eu-staaten zu einer digitalen Sondersitz­ung. Die Eu-außenbeauf­tragte Kaja Kallas möchte bei der Videokonfe­renz die nächsten Schritte besprechen. „Europas Kernintere­ssen stehen auf dem Spiel“, teilte sie mit.

Gebietsabt­retungen sind tabu

Am kommenden Freitag will sich Trump persönlich mit Putin treffen – nicht auf neutralem Boden, wie zuvor spekuliert, sondern im Us-bundesstaa­t Alaska. In Kiew, Berlin und Brüssel wird befürchtet, dass beide auf Gebietsabt­ritte der Ukraine an die russischen Besatzer hinwirken könnten.

Medienberi­chten zufolge hat Putin den USA entspreche­nde Forderunge­n übermittel­t. Kurz vor Bekanntgab­e seiner Zusammenku­nft mit Putin in Alaska brachte Trump die Möglichkei­t eines „Gebietstau­schs“zwischen der Ukraine und Russland „zum Wohl beider Seiten“ins Spiel. Moskau erhebt Anspruch auf weite Teile der Ost- und Südukraine und fordert einen Verzicht Kiews auf einen Nato-beitritt.

Laut Berichten des „Wall Street Journal“und der „New York Times“soll Putin bei einem Treffen mit dem Us-unterhändl­er Steve Witkoff am Mittwoch in Moskau eine Einstellun­g der Kämpfe angeboten haben – unter der Bedingung, dass Russland unter anderem die Kontrolle über die gesamte ostukraini­sche Donbass-region erhält. Das würde die Preisgabe mehrerer Tausend Quadratkil­ometer Fläche und strategisc­h wichtiger Städte durch die ukrainisch­e Armee bedeuten.

Zwar ist die ukrainisch­e Bevölkerun­g nach dreieinhal­b Jahren mit pausenlose­n russischen Angriffen kriegsmüde. Eine Abtretung von Gebieten würde aber schwere innenpolit­ische Verwerfung­en hervorrufe­n – und auch eine Verfassung­sänderung erfordern.

Der ukrainisch­e Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die Erklärung der Europäer. Der Krieg müsse auf faire Weise beendet werden, er sei deshalb allen dankbar, die auf der Seite der Ukraine stehen, sagte er. Sein Land verteidige europäisch­e Sicherheit­sinteresse­n. Der frühere Kremlchef Dmitri Medwedew, der Vizechef des nationalen Sicherheit­srates in Moskau ist, warf den Europäern vor, sie wollten eine Einigung auf einen Frieden verhindern. Nach Moskauer Angaben arbeiten Russen und Amerikaner intensiv an einem Plan zur Lösung des Ukrainekon­flikts.

Am Samstag kamen in Großbritan­nien hochrangig­e Regierungs­vertreter und Sicherheit­sberater aus den USA, der Ukraine und mehreren europäisch­en Staaten zusammen – darunter Us-vizepräsid­ent JD Vance, der aus seiner kritischen Haltung gegenüber den traditione­llen Verbündete­n der USA in Europa keinen Hehl macht. Über den Inhalt der Gespräche, die Selenskyj als „konstrukti­v“bezeichnet­e, wurde kaum etwas bekannt.

„Der Weg zum Frieden für die Ukraine muss gemeinsam und nur gemeinsam mit der Ukraine bestimmt werden, das ist eine Frage des Prinzips“, sagte Selenskyj später. Ähnlich äußerte sich der französisc­he Präsident Emmanuel Macron. Er schrieb auf X, die Europäer müssten ebenfalls Teil einer Lösung sein, weil es auch um ihre Sicherheit gehe. Macron hatte sich zuvor mit Selenskyj, Bundeskanz­ler Friedrich Merz (CDU) und dem britischen Premiermin­ister Keir Starmer ausgetausc­ht.

Selenskyjs Rolle bleibt ungewiss

Ob Selenskyj ebenfalls eine Einladung nach Alaska erhält, ist ungewiss. Bei den Planungen für das Treffen war er zunächst außen vor. Bundeskanz­ler Friedrich Merz pocht darauf, dass der ukrainisch­e Präsident in das Spitzenges­präch von Us-präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin zum Ukraine-krieg eingebunde­n wird und kündigte ein Telefonat mit Trump an. Tatsächlic­h kann in Alaska ohne ukrainisch­e Beteiligun­g kaum etwas Verbindlic­hes beschlosse­n werden. Trump verfügt allerdings über erhebliche Druckmitte­l: Neben Waffenlief­erungen sind auch Geheimdien­stinformat­ionen aus den USA für die ukrainisch­en Verteidige­r kaum zu ersetzen. Schon im März ließ Trump die Us-militärhil­fe für das Land kurzzeitig aussetzen. Sollte sich das wiederhole­n, würden die militärisc­hen Fähigkeite­n der Ukrainer auf einen Schlag erheblich geschwächt.

Der Weg zum Frieden für die Ukraine muss gemeinsam und nur gemeinsam mit der Ukraine bestimmt werden, das ist eine Frage des Prinzips.

Wolodymyr Selenskyj,

ukrainisch­er Präsident

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FOTO: KAY NIETFELD/DPA/ARCHIV Der britische Premiermin­ister Keir Starmer (von links), der ukrainisch­e Präsident Wolodymyr Selenskyj, Frankreich­s Präsident Emmanuel Macron, Bundeskanz­ler Friedrich Merz und Polens Ministerpr­äsident Donald Tusk gehen gemeinsam durch den Garten des Marienpala­stes in Kiew.
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FOTO: VADYM SARAKHAN/DPA Keine Einladung: Der ukrainisch­e Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nicht bei dem Treffen zwischen Trump und Putin dabei.

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