Sachsische Zeitung (Hoyerswerda)
Nehmt uns nicht den Flughafen weg!
An diesem Freitag werden in Dresden laut Abflugtafel 16 Linien- und Charterflugzeuge abheben. Je vier davon verbinden Dresden mit den großen Umsteigeflughäfen Frankfurt am Main und München. Zwei Flüge gehen nach Mallorca, mit Eurowings und Alba Star. Die Fluggesellschaft Ryanair ist bald nicht mehr dabei. Sie hat am Donnerstag angekündigt, gleich beide sächsische Landeplätze nicht mehr zu bedienen. Damit fällt künftig auch die Verbindung Leipziglondon weg. Von Dresden aus fliegt Ryanair ohnehin nur nach Mallorca.
Der Verlust des Billigfliegers ist zwar zu verschmerzen. Ryanair war ohnehin dafür bekannt, keine Landegebühren zahlen zu wollen, sondern noch Geld von den öffentlichen Flughäfen zu fordern. Doch Dresden hat schon viele Flugverbindungen eingebüßt. Häufig wird gespottet, in der großen Abflughalle sei ja gar nichts los. Jeder Passagier weniger ist für Kritiker ein Argument mehr, die Schließung des Flughafens zu erwägen.
Doch das halte ich für falsch und gefährlich. Dabei bin ich kein Vielflieger. Wenig zu fliegen ist gut fürs Klima. In diesem Jahr durfte ich eine Flugreise machen und habe mich gefreut, wie zügig und entspannt das Einchecken und die Kontrolle am Airport Dresden ablaufen.
Viele Sachsen fliegen aber ab Berlin, Leipzig/halle oder Prag, auch wenn dorthin keine S-bahn fährt. Der Dresdner Flughafen läuft Gefahr, vom Dreieck der Nachbar-airports erdrückt zu werden. Er wird aber benötigt, für Geschäftsreisende, Kongressteilnehmer und Touristen. Ein Teil der Wirtschaft hängt daran, die Infrastruktur ist wichtig, Arbeitsplätze sind in Gefahr. Sachsen haben gelernt: Was einmal weg ist, kommt nicht wieder. Das Terminal könnte verkleinert werden, eine Sportarena dort ist schon im Gespräch, aber ein paar Schalter müssen bleiben.