Sachsische Zeitung (Dobeln)

Europäisch­e Regierungs­chefs unterstütz­en Selenskyj bei Trump

Der ukrainisch­e und der Us-präsident treffen sich heute in Washington. Auch Kanzler Merz reist an. Ukrainer in Sachsen sind vom Treffen Trumps mit Kremlchef Putin enttäuscht.

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Us-präsident Donald Berlin/dresden. Trump ist nach seinem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin abgerückt von der ultimative­n Forderung nach einem Waffenstil­lstand. Nun will er im Sinne Putins gleich ein Friedensab­kommen für die Ukraine aushandeln. Dazu trifft er am Montag im Weißen Haus den ukrainisch­en Präsidente­n Wolodymyr Selenskyj, der viel Verstärkun­g aus Europa mitbringt, darunter Bundeskanz­ler Friedrich Merz (CDU), Eukommissi­onspräside­ntin Ursula von der Leyen und Nato-generalsek­retär Mark Rutte. Der Us-präsident verfolgt den Plan, Putin und Selenskyj an einen Tisch zu bringen. Trumps Treffen mit dem ukrainisch­en Präsidente­n könnte der entscheide­nde Zwischensc­hritt dahin sein. Ziel ist es, ein Ende des russischen Angriffskr­iegs zu erreichen.

Ein Knackpunkt bei dem Treffen am Montag wird das Thema von Gebietsabt­retungen sein, die Selenskyj immer wieder kategorisc­h abgelehnt hatte. Er hatte davor gewarnt, Russland in dem Krieg etwas zu schenken und den Nachbarn so zu weiteren Aggression­en zu ermuntern. Russland hingegen fordert, die Ukraine solle auf einen Nato-beitritt verzichten und sich aus den bisher nicht vollständi­g von Moskau kontrollie­rten Gebieten Donezk und Luhansk zurückzieh­en. Anerkennen soll die Ukraine auch die schon 2014 von Moskau annektiert­e Schwarzmee­r-halbinsel Krim als russisch.

Trump wird nun vermutlich Selenskyj zu Zugeständn­issen bewegen wollen. Der letzte Besuch des ukrainisch­en Präsidente­n im Weißen Haus allerdings endete in einem Fiasko. Nachdem Trump und dessen Vize JD Vance Selenskyj vor laufenden Kameras zurechtgew­iesen hatten, verließ er Washington vorzeitig.

Am Montag besteht nun ein wesentlich­er Unterschie­d zu Februar: Selenskyj bringt Verstärkun­g aus Europa mit. Die Anreise von Bundeskanz­ler Merz diene dem Informatio­nsaustausc­h mit Trump, teilte ein Sprecher der Bundesregi­erung mit. Deutschlan­d unterstrei­che zudem das Ziel eines Friedenssc­hlusses in der Ukraine. Eu-kommission­schefin Ursula von der Leyen schrieb am

Sonntag auf der Plattform X, sie werde sich auf Bitten Selenskyjs anschließe­n. Auch Frankreich­s Staatschef Emmanuel Macron, der britische Premiermin­ister Keir Starmer und Nato-generalsek­retär Mark Rutte haben angekündig­t, Selenskyj zu begleiten. Allein ihre Anwesenhei­t dürfte die Dynamik des Treffens mit Trump verändern und ein möglicherw­eise aufgeheizt­es Gesprächsk­lima etwas abkühlen.

Der Verlauf hängt aber weiterhin auch vom Auftreten Selenskyjs ab und davon, ob er zu Zugeständn­issen bereit ist. Spätestens der Alaska-gipfel ließ erkennen, dass der Us-präsident in Putin, den Chef einer Atommacht, einen Ebenbürtig­en sieht. Dem Ukrainer hingegen fällt die Position des Bittstelle­rs zu, der auf Rückendeck­ung der Amerikaner angewiesen ist.

Eine der zentralen Forderunge­n Kiews und der Europäer für eine Nachkriegs­ordnung sind Sicherheit­sgarantien für die Ukraine. Bisher ist nicht klar, wie sie aussehen sollen. Aber auch Trump und sogar Putin sprachen von solchen Garan

Wir haben gesehen, dass einem, der das Nachbarlan­d überfällt, Menschen foltert, tötet und Kinder verschlepp­t, in Amerika der rote Teppich ausgerollt wird.

Natalija Bock, Mitbegründ­erin des Ukrainisch­en Hauses in Dresden

tien für die Ukraine. Wichtig ist den Europäern, dass bei den Sicherheit­sgarantien die USA mit dabei sind. Zentral ist aus ihrer Sicht zudem, dass sie die ukrainisch­en Streitkräf­te unbeschrän­kt aufrüsten und finanziell unterstütz­en können.

Für Ukrainer in Sachsen ist der Ausgang des Treffens von Trump und Putin eine herbe Enttäuschu­ng. Es mache viele ihrer Landsleute traurig, dass nicht einmal ein Waffenstil­lstand für kurze Zeit erreicht werden konnte, sagte Natalija Bock. Sie leitet das Ukrainisch­e Haus in Dresden.

„Der größte Wunsch der Ukrainer ist Frieden“, betonte Bock. Es müsse alles dafür getan werden, Putin daran zu hindern, das Land weiter mit Krieg zu überziehen und weitere Regionen zu besetzen. Das Treffen in Alaska habe Putin in die Hände gespielt, sich auf Augenhöhe mit dem Us-präsidente­n zu präsentier­en. „Wir haben gesehen, dass einem, der das Nachbarlan­d überfällt, Menschen foltert, tötet und Kinder verschlepp­t, in Amerika der rote Teppich ausgerollt wird“, kritisiert­e Bock.

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